08:38 13 Dezember 2019
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    Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan

    Korrupte Vergangenheit lässt grüßen – US-Justiz verhaftet Erdogans engen Vertrauten

    © REUTERS / Kayhan Ozer/Presidential Palace
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    In den USA ist ein türkischer Unternehmer iranischer Herkunft festgenommen worden, der vermutlich eng mit dem Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, verbunden ist. Er soll unter Umgehung der damaligen antiiranischen Sanktionen Geschäfte mit der Islamischen Republik geführt haben, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Laut den Ermittlungen nahestehenden Quellen handelt es sich um Summen von Hunderten Millionen Dollar.

    Neben dem Unternehmer Reza Zarrab wurden zwei iranische Staatsbürger angeklagt: eine Mitarbeiterin Zarrabs und der Leiter der Bank Mellat, eines der größten iranischen Geldinstitute. Beide wurden allerdings bislang nicht festgenommen. Die Staatsanwaltschaft verlangt eine Haftstrafe von 75 Jahren für jeden Angeklagten. Auf der Liste der Firmen, die an dem illegalen Geschäftsschema teilgenommen haben sollen, stehen mehrere Großunternehmen aus der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

    Mehr zum Thema: Sensationelle RT-Enthüllungen von Verbindungen zwischen Türkei und IS

    Auffallend ist, dass Reza Zarrab schon vor zwei Jahren in der Türkei beschuldigt worden war, illegale Geschäfte mit dem Iran zu betreiben. Damals initiierte die Staatsanwaltschaft von Istanbul eine große Anti-Korruptions-Ermittlung gegen mehrere Personen aus dem Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan sowie gegen ihn persönlich. Im Internet wurde unter anderem die Aufnahme eines Telefonats zwischen Erdogan und seinem Sohn Bilal veröffentlicht, in dem sie kurz vor einer Razzia darüber sprachen, wie sie Indizien vertuschen und große Geldsummen aus ihrem Haus schaffen könnten, die illegal erworben worden waren.

    Die türkische Führung erklärte diese Situation allerdings mit einer Verschwörung von Oppositionsaktivisten, die von dem in die USA ausgewanderten islamischen Prediger Fethullah Gülen initiiert worden wäre. Einige Monate später wurden alle Verdächtigen, darunter die Söhne des Innenministers und des Wirtschaftsministers sowie Reza Zarrab, wieder freigelassen und rehabilitiert. Damals machten Behauptungen von der Verbindung zwischen Erdogan und dem umstrittenen iranischen Unternehmer zum ersten Mal die Runde.

    Das FBI hat die Forderung der Rechtsanwälte Zarrabs, ihn gegen Kaution freizulassen, zurückgewiesen, und die Staatsanwaltschaft versicherte ihrerseits, die Ermittlungen würden „mit aller Strenge des Gesetzes“ verlaufen.

    Diese Nachricht sorgte für großes Aufsehen in der Türkei: Die Opposition rechnet damit, dass dadurch neue Einzelheiten des einstigen Korruptionsskandals bekanntwerden, die dem Image Erdogans weiter schaden würden.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, FBI, Bilal Erdogan, Reza Zarrab, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, USA