11:07 12 Dezember 2017
SNA Radio
    Diesel-Elektro-U-Boote des Projekts 636 „Warschawjanka“

    Indien kann nicht ohne russisches Atom-U-Boot – Delhi und Moskau erörtern Pacht

    © Sputnik/ Alexei Danichev
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Kommersant
    Russlands Waffenexporte (275)
    1654

    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat jüngst mit seinem indischen Amtskollegen Manohar Parrikar telefoniert. Laut dem Pressedienst der Militärbehörde wurden dabei „aktuelle Fragen des militärischen bzw. militärtechnischen Zusammenwirkens“ besprochen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    „Die Seiten haben das Niveau der Kooperation positiv eingeschätzt und die weiteren Richtungen ihrer Entwicklung bestimmt“, so ein Sprecher.

    Laut Quellen handelt es sich dabei in erster Linie um die zehnjährige Pacht eines russischen Atom-U-Boots. Dieses Thema sei bereits während des Moskau-Besuchs des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi im Dezember 2015 erörtert worden, doch damals hätten sich die Seiten nicht einigen können. Es sei beschlossen worden, eine bilaterale Expertengruppe zu bilden, so eine Quelle. Deren nächste Sitzung sei für April in Moskau angesetzt.

    Das russisch-indische Zusammenwirken auf dem Gebiet des Marinetechnik-Exports entwickelt sich ziemlich erfolgreich: Indien hat mehrere Fregatten des Projekts 11356 und Diesel-Elektro-U-Boote des Projekts 636 „Warschawjanka“ und des Projekts 877 „Paltus“ gekauft. Zudem least es seit 2012 ein Atom-U-Boot des Projekts 971, das jetzt den Namen „Chakra“ trägt.

    Danach kam es aber zu Kontroversen: Laut einem Insider ist Neu-Delhi an der Pacht eines neuesten Mehrzweck-U-Boots des Projekts 885 „Jassen“ interessiert. Moskau sei allerdings dagegen, unter anderem weil das erste U-Boot dieses Typs erst 2014 in die Bewaffnung aufgenommen worden sei und vorerst das einzige bleibe.

    Zudem werden für die U-Boote „Kasan“, „Nowosibirsk“ und „Krasnojarsk“, die demnächst gebaut werden sollen, „besondere Aufgaben“ im Bereich der Festigung der nationalen Sicherheit gestellt, und die russische Führung wolle den Zugang zu den neuesten Technologien nicht anderen Ländern überlassen. Und schließlich gehe es auch um den Pachtpreis: Das U-Boot des Projekts 971 sei für schätzungsweise 785 Millionen US-Dollar geleast worden. Der Preis für die „Jassen“ wäre wesentlich höher.

    Allerdings sei Moskau bereit, den Indern ein alternatives Angebot bezüglich der Pacht eines anderen 971er U-Bootes zu machen, so ein Top-Manager. Infrage kämen zwei Varianten: Entweder werde das U-Boot aus der Bewaffnung der russischen Marine genommen und unter Berücksichtigung der Interessen der Inder modernisiert, oder ein noch seit den Sowjetzeiten erhalten gebliebener U-Boot-Rumpf könnte nachgebessert werden, um an Indien verkauft zu werden. Die endgültige Entscheidung werde frühestens 2017 getroffen, sollte Neu-Delhi auf Moskaus Angebot reagieren, so der Insider.

    Themen:
    Russlands Waffenexporte (275)

    Zum Thema:

    Indien schlägt Russland Waffengeschäfte in Milliardenhöhe vor
    „Seesturm“ mit Exportchancen: Russlands geplanter Flugzeugträger interessiert Indien
    Indien kann bei Russland zweites Atom-U-Boot leasen
    Exportaussichten für Suchoi-Kampfjets: „Indien, China u. a. stehen Schlange“
    Tags:
    Jassen (U-Boot), U-Boote vom Typ Warschawjanka, Paltus (U-Boot), Russland, Indien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren