01:56 15 Dezember 2018
SNA Radio
    Palmyra nach der Befreiung von Terroristen

    Nach Befreiung Palmyras: Syrische Armee allein nicht bereit für weitere Offensive

    © Sputnik / Mikhail Voskresenskiy
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    Kampf gegen den IS (813)
    71288

    Die Befreiung Palmyras durch die syrische Armee und die Unterstützung der russischen Luftwaffe bedeutet nicht, dass die Offensive auch weiterhin so erfolgreich weitergeht, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Ein Teil der Kräfte, die sich an den Kämpfen um Palmyra beteiligt hatten, sind bereits nach Latakia im Nordwesten sowie al-Qaryatain im Westen verlegt worden. In Palmyra steht nun eine längere Operation zur Minenräumung bevor. Diese Aufgabe werden hauptsächlich russische Sprengstoffexperten übernehmen.

    Auf Verfügung von Präsident Wladimir Putin wurden gestern russische Minenräumspezialisten nach Syrien geschickt. Der frühere Leiter der Sprengstofftruppe, Generaloberst a.D. Nikolaj Serdzew, geht davon aus, dass diese Aufgabe mehrere Monate in Anspruch nehmen könnte. „Die Minenräumung in einer Stadt ist eine schwierige Aufgabe“, betonte er. Dort gebe es viele komplizierte Objekte, Gas- und Wasserleitungen und ähnliches. 

    Mehr zum Thema: Syriens Armee übernimmt mit Russlands Unterstützung Initiative im Anti-IS-Kampf

    Zudem berichten arabische Medien, dass die IS-Kämpfer, die Palmyra verlassen mussten, Reserven angelegt hätten, die sie in die Nähe der Stadt verlegten. Darüber hinaus haben sie nach wie vor mehrere große Lagerhäuser etwa zwölf Kilometer nördlich von Palmyra unter ihrer Kontrolle und beschießen die Regierungstruppen in der Stadt aus Großkalibermaschinengewehren.

    Angesichts dessen sind die bei Palmyra verbliebenen Assad-Kräfte kaum ausreichend, um die Offensive in den Osten Syriens fortsetzen zu können. Zunächst müssten die Provinzen Hama, Homs, Damaskus und Aleppo von den Terroristen befreit werden, erst dann könnten die Regierungstruppen den IS in Rakka und Deir ez-Zor intensiver angreifen. Eine Verlegung in die nahe Palmyra gelegenen ölreichen Gebiete Es-Suhne und Tell-Tamra ist zu erwarten. Laut Medienberichten versetzt die syrische Luftwaffe mit Unterstützung des russischen Militärs den Terroristen dort intensive Luftschläge. 

    Fotos: Russland schickt Minenräumer nach Palmyra

    Russlands Generalstabschef Walerij Gerassimow teilte vor einigen Tagen mit, dass sich an den Kämpfen um Palmyra russische Spezialkräfte sowie Militärberater beteiligt hätten. Offensichtlich werden sie auch weiter wichtige Aufträge erfüllen, wobei sie nur in den Gebieten eingesetzt würden, wo die syrische Armee ihre Hilfe besonders dringend brauche. Zudem stellt sich allmählich heraus, dass ein Teil der Offiziere dieser Spezialkräfte die Luftschläge koordiniert hatte und als Aufklärer im IS-Hinterland zum Einsatz kam.

    Die Website Odenday.ru aus der russischen Stadt Orenburg veröffentlichte gestern die Biografie des Offiziers einer solchen Spezialeinheit, Alexander Prochorenko, über dessen heroischen Tod bei Palmyra die Medien vor einigen Tagen berichtet hatten. Kurz vor seinem Tod habe er nach den wichtigsten IS-Objekten gesucht und deren Koordinaten der russischen Luftwaffe mitgeteilt. Er sei allerdings von den IS-Kämpfern entdeckt und getötet worden. Das war zweifelsohne eine Heldentat, doch aus Moskau gab es dazu bislang keine offizielle Reaktion.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Kampf gegen den IS (813)

    Zum Thema:

    Befreiung Palmyras wird zu einem wichtigen Sieg russischer Luftwaffe - US-Zeitung
    Syrien-Einsatz führt russische Luftwaffe zu Vervollkommnung – US-Magazin
    Moskau: Völliger Abzug der Luftwaffe aus Syrien steht nicht zur Debatte
    Assad setzt weiter auf russische Militärpräsenz
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Nikolaj Serdzew, Wladimir Putin, Palmyra, Syrien, Russland