09:15 14 August 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    3635
    Abonnieren

    In Washington beginnt heute das zweitägige Gipfeltreffen für Atomsicherheit, an dem sich Staats- und Regierungschefs von mehr als 50 Ländern beteiligen, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Donnerstag.

    Das ist bereits das vierte Treffen dieser Art nach den Veranstaltungen 2010 in Washington, 2012 in Seoul und 2014 in Den Haag. Im Mittelpunkt stehen üblicherweise Probleme wie die Bekämpfung des nuklearen Terrorismus, der Schutz von atomaren Materialien, Möglichkeiten zur Reduzierung hochangereicherten Urans bzw. Plutoniums sowie der Kampf gegen den Schmuggel dieser Stoffe.

    Im Vorfeld des Gipfels haben die Organisatoren eine lange Liste der infolge der vorangegangenen Konferenzen erreichten Erfolge veröffentlicht. So haben 14 Staaten ihre Reserven an nuklearen Stoffen vollständig bzw. teilweise entsorgt. Japan erstattete beispielsweise den USA abgesondertes Plutonium in einer Menge zurück, die für die Produktion von 50 Atombomben reichen würde. Viele andere Länder haben die Sicherheitsmaßnahmen in ihren nuklearen Objekten wesentlich erhöht. Es wurden Dutzende Abkommen getroffen, die umgesetzt wurden und werden.

    Neben Erfolgen gibt es jedoch auch gewisse Mängel. Laut einem im Januar veröffentlichten Bericht der US-amerikanischen Organisation Nuclear Threat Initiative (NTI), die sich für den Abbau von Atom-, Bio- und Chemiewaffen engagiert, bleiben viele Probleme um den Schutz von Atomstoffen akut. Im vorigen Jahr hatten unabhängige Experten aus 16 Ländern gewarnt, dass es auf der Erde so viel angereichertes Uran bzw. Plutonium gebe, dass etwa 200 solche Atombomben gebaut werden könnten, wie 1945 auf Hiroshima abgeworfen wurde.

    Die Effizienz des Atomsicherheitsgipfels wird dadurch beeinträchtigt, dass dabei die Waffen der Atommächte nicht betrachtet werden. Zudem gibt es auch Länder, die ihre Atomwaffen aktiv ausbauen: Länder wie Pakistan, Indien oder Nordkorea arbeiten derzeit an eigenen Atombomben.

    Zudem fürchten viele Experten den sogenannten „Islamische Staat“ (IS), der bereits Chemiewaffen einsetzte und möglicherweise auch den Zugang zu Stoffen bekommen könnte, aus denen sogenannte „schmutzige Bomben“ hergestellt werden könnten.

    Ein großer Nachteil des bevorstehenden Gipfels ist, dass die Vertreter Russlands und Pakistans nicht nach Washington kommen. Während der pakistanische Premier Nawas Sharif seine Reise im letzten Moment wegen des jüngsten Terroranschlags in Lahore absagen musste, hatte Moskau angekündigt, es würde sich daran nicht beteiligen, weil die USA internationale Organisationen und Agenturen unter Druck setzten.

    Bis zuletzt war nicht klar, ob US-Präsident Barack Obama sich am Rande des Gipfels mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan treffen würde. Das Weiße Haus verkündete aber jüngst, dass es kein Vieraugengespräch geben werde. Zu dem Treffen mit Erdogan schickte Obama seinen Stellvertreter Joe Biden.

    Zudem weigerte sich Obama, gemeinsam mit Erdogan die größte Moschee der USA im Bundesstaat Maryland einzuweihen. In Washington macht man offensichtlich kein Hehl aus der Unzufriedenheit mit Ankaras Politik im Nahen Osten, vor allem mit dessen Kriegshandlungen gegen die Kurden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Ranghoher US-Beamter: Gefahr von Atomkrieg mit Russland weitgehend gebannt
    Atomgipfel zum Frühjahr 2016 nach Washington einberufen
    Nach Russland-Kritik: Spahn will deutschen Corona-Impfstoff „so schnell wie noch nie in Geschichte“
    „Beispielloser Druck von außen“: Moskau zur Lage in Weißrussland
    Tags:
    Atomenergie, Terrormiliz Daesh, Barack Obama, Recep Tayyip Erdogan, Russland, USA