12:33 25 November 2017
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    Pakistanische Shaheen III

    Gefährliches Kaschmir: Pakistan stationiert Atomwaffen an Grenze zu Indien

    © AFP 2017/ Aamir Qureshi
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat Kaschmir als gefährlichstes Gebiet der Welt bezeichnet, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die Spannungen in Kaschmir sind derzeit zwar nicht so hoch wie Ende der 90er Jahre. Allerdings könnte der schwelende Konflikt zu verheerenden Folgen führen, weil Islamabad taktische Nuklearkräfte entlang der Grenze zu Indien stationiert hat. Pakistan zufolge ist diese Strategie auf die Verhinderung des Eingreifens der indischen Armee gerichtet. Experten sprechen aber von einem wachsenden Risiko des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen.

    Beim jüngsten Atom-Gipfel fehlte nicht nur Russlands Präsident Wladimir Putin, sondern auch Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif. Experten zufolge hing seine Abwesenheit mit der Aufforderung der USA zusammen, den Beschluss des pakistanischen Militärs zur Stationierung der taktischen Nuklearkräfte nahe Indien zu revidieren. 

    Die USA versuchten bereits Ende des vergangenen Jahres, Pakistan von der Umsetzung seiner neuen Doktrin im Nuklearbereich abzubringen. Washington versprach, Pakistans Aufnahme in die aus 48 Ländern bestehende Gruppe der Nuklearlieferanten zu unterstützen, zu der Indien gehört. Der Kommandeur der Bodenstreitkräfte, General Raheel Sharif, wies diesen Vorschlag aber zurück.

    Pakistanische ballistische Mittelstreckenrakete Shaheen-2 (Archivbild)
    © AP Photo/ Inter Services Public Relations

    Die Gründe sind verständlich. Wie die Internetzeitung „Asia Times“ berichtet, beschloss Pakistan bereits früher, nukleare Kurzstrecken-Raketen entlang der Grenze zu Indien aufzustellen. Diese Raketen haben eine Reichweite von 35 bis 60 Meilen. Die Kommandeure der Atomwaffen-Einheiten sind berechtigt, die Raketen im Ernstfall einzusetzen. So etwas hatte es nicht einmal während des Kalten Krieges zwischen Washington und Moskau gegeben.

    Die taktischen Nuklearmittel sind bereits zusammengebaut und zu Verlegung und sofortigem Einsatz bereit. Sie könnten also in die Hände eines unzuverlässigen Kommandeurs bzw. einer Terrorgruppe gelangen.

    Die Pakistaner riskieren jedoch, im Ernstfall zu Opfern ihrer eigenen Waffen zu werden. Falls sich die Explosion fünf bis zehn Kilometer von den pakistanischen Stellungen ereignet, wären die Soldaten nicht betroffen, meint der Experte Viktor Litowkin. Allerdings hängt alles von der Windrichtung ab. Der Wind könnte radioaktive Niederschläge auf die pakistanische Seite wehen.

    Laut dem Orientalisten Wjatscheslaw Belokrenizki baut Pakistan sein Raketen- und Nuklearpotential aus. Es reagiere auf die Indienstnahme der Marschflugkörpers BrahMos aus russisch-indischer Produktion mit dem Bau eines eigenen Pendants. Nach Medienangaben hat Pakistan mehr Nuklearwaffen als Indien. Dies sei angeblich beim Atomgipfel in Washington besprochen worden. Das pakistanische Atomprogramm löste große Besorgnisse bei den USA aus.

    Mit dem Atompotential Pakistans sind zwei Probleme verbunden. Erstens geht es um die Sicherheit. Islamisten wollen in den Besitz von Nuklearwaffen kommen. Dass die pakistanischen Nuklearwaffen einsatzbereit sind, löst allgemeine Besorgnis aus. Ein weiteres Problem hängt mit einem möglichen Konflikt mit Indien zusammen. 2010 entwickelte Indien die Taktik des so genannten kalten Starts, also eines Krieges ohne Einsatz von Nuklearwaffen, sondern mit der Bekämpfung des Gegners mit konventionellen Waffen. Als Antwort entwickelte Pakistan taktische Nuklearwaffen. „Ich denke, dass ein Atomkrieg zwischen Indien und Pakistan unwahrscheinlich ist. Doch er ist nicht völlig ausgeschlossen“, so Belokrenizki.

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    Tags:
    Atomwaffen, Raheel Sharif, Nawaz Sharif, Viktor Litowkin, Wladimir Putin, Pakistan, Indien
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