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    Nach November-Anschlägen: Hotel-Auslastung in Paris auf Niveau von vor 25 Jahren

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    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
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    Seit den Anschlägen im November 2015 haben Pariser Hotels die wenigsten Gäste seit 25 Jahren, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag unter Berufung auf eine Studie der MKG Group.

    Die Auslastung der Hotels in der französischen Hauptstadt ist seit den Anschlägen vor fünf Monaten um elf Prozent auf 64 Prozent geschrumpft, was die niedrigste Marke seit 1991 ist. Touristen wollen Paris nicht besuchen, obwohl die Hotelpreise um neun Prozent im Jahresvergleich gesunken sind.

    Zuvor hatten viele Branchenexperten vermutet, dass die Erholung vom Schock nach den Terrorattacken etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen würde. Jetzt müssen sie einräumen, dass viel mehr Zeit nötig ist. 2015 hatte die Tourismusbranche in der Region Paris 21 Milliarden Euro eingenommen. In diesem Jahr setzen die französischen Behörden große Hoffnungen auf die Fußball-EM vom 10. Juni bis 10. Juli.

    Um das Problem zu lösen, bündelte der regionale Tourismusrat seine Kräfte mit dem Hotelnetzbetreiber Accor Group und dem Bahnkonzern SNCF. „Wir dürfen nicht vergessen, was passiert ist, aber wir müssen Paris auch wieder für Touristen attraktiv machen und zeigen, dass es ein sicherer Ort ist“, sagte der Leiter der Accor Group, Sebastien Bazin.

    Die Branche plant gemeinsam mit den Behörden eine Werbekampagne, an der auch Prominente teilnehmen sollen. Zudem zeigte sich SNCF bereit, ausländischen Touristen insgesamt 22.000 Bahntickets nach Paris mit Rabatt zu verkaufen, während die Accor Group im Mai eine Preissenkung um 30 Prozent plant. „Wir bieten Zimmer für 100 Euro statt über 200 Euro, aber die Kunden kommen immer noch nicht. Das ist furchtbar“, sagte ein Sprecher des Pariser Hotels „Cristal“.

    Nach den jüngsten Terrorangriffen in Brüssel sind aber auch andere Reiseziele in Europa gefährdet: Laut belgischen Medienberichten brach die Auslastung der Hotels in den ersten zehn Tagen nach den Anschlägen um etwa 50 Prozent ein. Laut dem Verband Visit Brussels wurden in London in derselben Zeit 30 Prozent weniger Hotelzimmer reserviert und in Berlin und Paris jeweils 38 Prozent.

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    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
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    Terroranschläge, Sebastien Bazin, Paris