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    Die Europäer verknüpfen die Schwankungen bei den Gaspreisen mit dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Bei der Jahresversammlung von Wintershall war das Spiel „Den Ölpreis für Dezember dieses Jahres raten“ die Attraktion für Journalisten. Laut Wintershall-Vorstand Mario Mehren regeln Nachfrage und Angebot alles. Angesichts des aktuellen Rückgangs von Investitionen in die Förderung von fossilen Brennstoffen seien zum Jahresende eine ausgeglichene Bilanz dieser Kennzahlen und anschließend eine Stabilisierung der Preise zu erwarten.

    Die Journalisten prognostizierten Ölpreise zwischen 28 und 80 US-Dollar. Den höchsten Preis sagten britische Journalisten voraus, den niedrigsten deutsche. Die meisten russischen und arabischen Medienvertreter erwarten 50 US-Dollar.

    Der Sieg des Republikaners Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im Herbst könnte zum Rückgang bzw. zur völligen Einstellung der Flüssiggaslieferungen auf den europäischen Markt führen. Dabei geht es nicht um die geringe Konkurrenzfähigkeit des US-Flüssiggases, sondern um Trumps Wähler, die die Nutzung des Gases vor allem für den eigenen Bedarf fordern. Für viele nicht-amerikanische Gashersteller wäre ein Sieg von Bernie Sanders noch vorteilhafter, denn der könnte die Förderung von Schiefergas und —öl in den USA wegen Aspekten des Umweltschutzes verbieten. 

    Die Schiefergas-Revolution läuft derweil weiter. Schiefergas wird zunehmend zur Produktion von Flüssiggas genutzt. Laut Wintershall-Vorstandsmitglied Thilo Wieland, der für das Geschäft in Argentinien, Russland und Libyen zuständig ist, experimentieren Forscher seines Unternehmens aktiv mit argentinischem Schiefergas.

    Angesichts des Abbaus der Kohleproduktion in Europa aus Umweltschutz-Gründen werden die fehlenden Energiekapazitäten in Europa mit Gas ersetzt. Das betrifft vor allem Deutschland, wo man bis 2020 völlig auf Atomenergie verzichten will. Erneuerbare Energien können den fehlenden Bedarf bislang nicht decken, weshalb Gas in Europa noch lange eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielen wird.

    Laut Wintershall-Experten ist der Bau der Nord-Stream-2-Pipeline wegen der sinkenden Eigenproduktion in Europa notwendig. Es ist kein Geheimnis, dass das Unternehmen – wie viele andere europäische Firmen – mit Gazprom am Bau der Gaspipeline beteiligt ist. Wintershalls Kooperation mit Gazprom beschränkt sich nicht nur auf das Nord-Stream-2-Projekt. Unter dem neuen Wintershall-Vorstand wurde ein Aktientausch mit Gazprom abgeschlossen und mit Großinvestitionen in die Gasförderung in Russland begonnen.

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