SNA Radio
    В.Путин и А.Меркель на XII форуме Петербургский диалог

    Petersburger Dialog: Bei Generalprobe in Sotschi herrscht ungewöhnlich gute Stimmung

    © Sputnik / Sergei Guneev
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Kommersant
    7967

    Am Wochenende hat im russischen Sotschi ein Treffen des russisch-deutschen Forums „Petersburger Dialog“ stattgefunden. Das war eine Art „Generalprobe“ vor der für Juli angesetzten 15. Jubiläumssitzung dieses Klubs, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    „Die Gerüchte über unseren Tod waren übertrieben“, scherzte der Vorsitzende des russischen Koordinierungsausschusses, Ex-Premier Viktor Subkow, zu Beginn des Treffens. „Als sich die Beziehungen zwischen unseren Ländern abkühlten, sagten viele dem Petersburger Dialog den Tod voraus“, erinnerte er.

    2014 hatte Berlin tatsächlich zum ersten Mal eine Verschiebung des bilateralen Forums verkündet. Allerdings wurde es im Herbst 2015 wieder ins Leben gerufen, als eine Sitzung in Potsdam stattfand. Jetzt wird vom 14. bis 16. Juli in St. Petersburg die Fortsetzung erwartet. Und mehr als das: Laut dem Vorsitzenden des deutschen Koordinierungsausschusses, Roland Pofalla, stellte Berlin in diesem Jahr ganze 250.000 Euro für den Petersburger Dialog bereit. (Russlands Beitrag beläuft sich auf 54 Millionen Rubel bzw. umgerechnet 700.000 Euro.)

    Überraschend war die positive Atmosphäre während des Treffens in Sotschi. Selbst über Themen wie Ukraine-Krise und Nato-Erweiterung äußerten sich die Teilnehmer eher zurückhaltend. So fiel von der deutschen Seite im Kontext der Situation auf der Krim das Wort „Annexion“ kein einziges Mal, während die russischen Experten keine Vorwürfe bezüglich der EU-Sanktionen zum Ausdruck brachten.

    Es habe keinen einzigen Präzedenzfall gegeben, wo die russischen Partner ihr Wort nicht gehalten hätten, sprach ein deutscher Teilnehmer über seine Kooperationserfahrungen mit den Russen. „Die Gefahr, außerhalb der internationalen Zusammenarbeit zu bleiben, ist leider realistisch“, warnte Russlands Ex-Außenminister Igor Iwanow. „Und leider ist diese Gefahr noch vor der Ukraine-Krise entstanden.“ Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt, dass Russland zu den Beziehungen mit Europa „keine Alternative“ habe, so dass „eine Inventur der Kooperationsformen in allen Richtungen“ nötig sei.

    Auch die Flüchtlingskrise in Europa wurde eher konstruktiv besprochen. „Es ist alles andere als ein Anlass für hochmütige Äußerungen von der russischen Seite – dieses Problem besteht auch in unserem Land“, sagte der Vizechef der PR-Abteilung des Moskauer Patriarchats, Archimandrit Filaret. Zudem ergänzte er, er sei mit der Situation im Nahen Osten unmittelbar vertraut, seitdem er mehrere Jahre in Syrien verbracht habe. „Es ist unser Schicksal, zusammenzuwirken, damit wir das christliche Europa mit seinen Werten nicht verlieren, die von seiner christlichen Vergangenheit und auch Gegenwart bedingt sind. In diesem Sinne zähle ich Russland bedingungslos zu Europa – aus zivilisatorischer, historischer, kultureller und wertebezogener Sicht.“

    Die positive Atmosphäre in Sotschi begründeten die Teilnehmer des Forums unterschiedlich. Die provisorische Abschaffung des Dialogs habe alle aufgerüttelt, und jetzt vermeide die deutsche Seite es, ihre Vorwürfe allzu aktiv zu äußern. Sie wolle nicht den wohl einzigen Ort verlieren, wo sie mit der russischen Zivilgesellschaft zusammenwirken kann, sagte ein Mitglied der deutschen Delegation.

    Sergej Utkin vom Zentrum für Situationsanalysen bei der Russischen Akademie der Wissenschaften warnte seinerseits, dass die „positive Atmosphäre“ in Sotschi nicht die Stimmungen im „Mainstream“ der russisch-deutschen Beziehungen widerspiegele. In Moskau rede man immer noch von einer generellen Konfrontation mit dem Westen, während die deutsche Seite nach wie vor an der Voraussagbarkeit der russischen Führung zweifle.

    „Ich muss mich über den Verlauf der Diskussion wundern“, räumte der Leiter des Zentrums für Deutschland-Studien beim Europa-Institut, Wladislaw Below, ein. „Die Ausrichtung auf Aussöhnung ist ein positives Zeichen und zugleich Erinnerung daran, dass viele Projekte trotz der Krise weiter umgesetzt werden. Wir sollten einander nichts vorwerfen, sondern gegenseitig konkrete Angebote machen.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Russland-Gespür in der Praxis: Deutsche Wirtschaft hofft auf Sanktions-Abschwächung
    AHK-Vorsitzender Harms: Interesse deutscher Wirtschaft an Russland immer noch groß
    Stabile Lage: Russland lädt Deutschland zu mehr Investitionen ein
    Russland-Berichte unter der Lupe: Deutschland basht am besten
    Tags:
    Deutsch-Russischen Forums in Sotschi, Deutschland, Russland