19:45 22 November 2019
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    Militärübungen in Nordrussland

    Luftlandetruppen erschließen arktischen Kriegsschauplatz

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    Russland erschließt Arktis (171)
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    Am Dienstag findet im Eiscamp Barneo (50 Kilometer vom Nordpol entfernt) anlässlich des Tages der Weltraumforschung der erste internationale Juri-Gagarin-Wettbewerb der Fallschirmjäger statt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    An den Übungen nehmen Armeesportler, Spezialeinheiten der Landungstruppen sowie Militärfallschirmjäger aus Weißrussland teil.

    In einer Woche beginnen in der Arktis Manöver zur Landung auf treibenden Eisschollen im Nordpolarmeer. Laut dem Verteidigungsministerium ist das Ziel der Manöver das Einüben von Rettungsarbeiten. Westlichen Experten zufolge werden die Fallschirmjäger parallel Aufgaben zu Schutz und Verteidigung der Nordostpassage üben.

    Der US-amerikanische Arktis-Beauftragte, Admiral Robert Papp, sagte vor kurzem, dass die Bauarbeiten, die Russland in der Arktis führt, gerechtfertigt seien und die russischen Investitionen in die Entwicklung der Nordostpassage großen Eindruck machten. Dabei betonte er, dass die russischen Maßnahmen hinter dem Polarkreis einen doppelten Zweck erfüllen – Verteidigungs- und Zivilaufgaben.

    © Ruptly .
    Wo die Panzer versagen: Russische Soldaten satteln auf Hunde und Rentiere um Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/videos/20160201/307506975/arktis-russland-uebuengsformate.html#ixzz3zCHqEwu9

    US-Experte Sim Tack vom Think Tank Stratfor ist ebenfalls der Ansicht, dass eine der Hauptaufgaben Russlands in der Arktis neben wirtschaftlichen und humanitären Zielen die Ausbildung der Truppen sei. In Bezug auf mögliche Konflikte in der Arktis sagte Tack, dass die ganze Aufmerksamkeit der Konfliktseiten auf die Seerouten konzentriert sein wird, die nahe der russischen Küste verlaufen.

    Was jedoch für die US-Amerikaner offensichtlich ist, ist für die russische Führung eine Aufgabe, die noch gelöst werden muss. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte am 25. März, dass Russland erst vor dem Abschluss des Aufbaus von Garnisonen hinter dem Polarkreis steht. Die meisten Maßnahmen zur Entwicklung der Militärinfrastruktur im Arktisgebiet finde 2016-2020 statt. Doch eine Sache ist, Bauarbeiten zu führen, eine andere jedoch, Truppen auszubilden, um unter den harten Bedingungen hinter dem Polarkreis Kampfhandlungen zu führen. Die erste große Landungsoperation der russischen Streitkräfte in der Arktis in der nachsowjetischen Geschichte fand im März 2014 statt. Damals landete ein Bataillon auf der Insel Kotelny.

    Es ist klar, dass die Sicherheit der Nordostpassage mit ständigen Marine- und Luftwaffenstützpunkten in der Arktis allein nicht zu gewährleisten ist. Vielleicht werden deswegen Aufgaben zur Landung von Fallschirmjägern auf treibenden Eisschollen eingeübt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums üben Einheiten aus mehreren Divisionen derzeit die Landung auf Eisschollen oder im offenen Wasser unter Bedingungen von anomal niedrigen Wassertemperaturen. Laut dem Sprecher der Landungstruppen, Jewgeni Meschkow, werden die Soldaten mehrere Dutzend Sprünge mit Arbalet-2-Fallschirmsystemen absolvieren sowie mehr als 20 Stunden an Objekten der Landungstruppen üben. Nach dem Ende der Vorbereitungen könnten die Militärs an einer humanitären Rettungsexpedition inklusive Landung auf einer treibenden Eisscholle im Nordpolarmeer teilnehmen.

    An den Manövern in der Arktis nehmen Soldaten der 7. Landungsdivision Noworossijsk, Einheiten der Schnellen Eingreiftruppen der OVKS sowie Spezialeinheiten aus Tschetschenien teil.

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