08:54 20 Januar 2017
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    Eröffnung eines Nato-Ausbildungszentrums in Georgien

    „Positive Idee“: Nato stellt Tiflis und Kiew neue Partnerschaftskonzepte in Aussicht

    © Sputnik/ Georgy Bazaev
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    Kommersant
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    Beim Nato-Gipfel in Warschau im Juli will die Militärallianz Georgien und der Ukraine einen neuen Status anbieten: eine assoziierte Partnerschaft sowie engere Kooperation im Schwarzen Meer im 28+2-Format, das zuvor in Schweden und Finnland geprüft worden war, wie die Zeitung "Kommersant" am Montag schreibt.

    In Tiflis sehe man eine „assoziierte Partnerschaft“ zwar nicht als Ersatz einer Roadmap zum Beitritt zur Allianz, doch immerhin eine wichtige Voraussetzung zur Vertiefung der Beziehungen zur Allianz. Die 28+2-Formel könne angesichts wachsender Spannungen zwischen den USA und Russland wegen sich häufender Vorfälle in der Ostsee und im Schwarzen Meer außerdem zur Isolierung Russlands im Schwarzmeerraum führen, so die georgische Führung.

    Über die Bereitschaft der Nato, Georgien und der Ukraine eine „assoziierte Partnerschaft“ anzubieten, berichtete auch die georgische Tageszeitung „Resonansi“ unter Berufung auf eigene Quellen. Ihr zufolge sollen die Beziehungen zwischen Georgien und der Allianz beim Nato-Gipfel in Warschau im Juli geregelt und dokumentiert werden. 

    Mehr zum Thema: Beziehungen Russlands mit den Nato-Staaten

    Eine Quelle aus dem georgischen Außenministerium bestätigte diese Informationen, betonte allerdings, dass dieser Vorschlag noch nicht offiziell hervorgebracht worden sei, sondern bislang nur als „eine positive Idee“ existiere.

    Als Autor dieser „positiven Idee“ gilt der stellvertretende Nato-Generalsekretär Alexander Vershbow. Ihm wird ebenfalls die beim Nato-Gipfel 2014 erläuterte Initiative eines „bedeutenden Pakets zur vertieften Kooperation“ mit Georgien zugeschrieben. In dessen Rahmen war ein gemeinsames Trainingszentrum Georgien-Nato eröffnet worden, welches seit einigen Monaten nahe Tiflis funktioniert.

    Beim Sicherheitsforum in Kiew am 14. und 15. April sagte Vershbow, die Nato wolle mit Georgien und der Ukraine spezielle Abkommen zu gemeinsamen Handlungen im Schwarzen Meer nach der 28+2-Formel abschließen. „Wir kooperieren in ähnlichem Format mit Schweden und Finnland in der Ostsee“, sagte Vershbow und erklärte die notwendige Vertiefung der Beziehungen zu Kiew und Tiflis mit dem „russischen Vorgehen in der Schwarzmeerregion, die das dortige Kräfte-Gleichgewicht untergraben“. Vershbow zufolge geht es dabei vor allem um den Ausbau der russischen Kräfte auf der Krim und die mögliche Stationierung von Atomwaffen auf der Halbinsel durch Moskau.

    „Die Kooperation im 28+2-Format mit der Ukraine und Georgien kann eine höhere Aktivierung der Marine-Kräfte fördern“, sagte Vershbow. Angesichts der Tatsache, dass im Schwarzen Meer drei Nato-Mitglieder präsent sind, könnten sich ihnen die Ukraine und Georgien anschließen, wenn sie mit der Nato eine assoziierte Partnerschaft abschließen.

    Laut dem Militärexperten Wachtang Maussaja ist die Gewährung des Status einer „assoziierten Partnerschaft“ eine wichtige Initiative. „Wir befinden uns jetzt auf der dritten Integrationsetappe – einem intensiven Dialog, die Georgien 2006 nach der Umsetzung der ‚Partnerschaft im Namen des Friedens‘ und ‚individueller Partnerschaft‘ bereitgestellt wurde“, so der Experte. Die vierte Etappe werde die Bereitstellung des „Handlungsplans zur Mitgliedschaft“ sein. Da die Nato Tiflis noch keine Roadmap zum Beitritt anbieten könne, entstand die Idee der „assoziierten Partnerschaft“. In den jüngsten Beschlüssen der Nato gebe es nichts Unerwartetes angesichts des sich ausdehnenden Kalten Kriegs mit Russland, erklärt Maussaja.

    Laut dem Chefredakteur der Militärzeitschrift „Arsenali“, Irakli Aladaschwili, soll das 28+2-Formats Russland im Schwarzen Meer weiter isolieren.

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    Tags:
    NATO, Wachtang Maussaja, Georgien, Ukraine
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    Alle Kommentare

    • Germane
      Es werden immer neue Ideen erfunden um einen Krieg gegen Russland zu führen!
    • Ullrich Heinrich
      Schon interessant, dass sich kaum noch jemand nennenswert für eine militärische Partnerschaft mit Russland begeistern lässt. Gerade die benannten Länder können von partnerschaftlichen Beziehungen mit dem Nachbarn Lieder singen. Einzig die eigene militärische Stärke als Gegengewicht ließe eine militärische Zusammenarbeit zu.
      Russland wird nicht von außen isoliert - Russland isoliert sich selbst.
    • Andrew Farkas
      Und wie gefällt Russland diese "Zusammenarbeit" als Ersatz für eine Vollmitgliedschaft in der NATO?
    • billyvor
      "......assoziierte Partnerschaft“ ??
      Aber klar doch, damit sich die NATO - vorneweg die USA - verstärkt Richtung Russland ausbreiten und auch im Schwarzen Meer mehr "Präsenz" zeigen kann.

      Das alles richtet sich selbstverständlich nicht gegen Russland; die Nordatlantische Terror Gemeinschaft will nur spielen..... wenn Russland das nicht verstehen will, kann die NATO doch nicht dafür ......
    • Afghanistan, Kosovo, Somalia, Sudan - "die NATO ist das erfolgreichste sicherheitspolitische Bündnis der Welt", so spricht der Möchtegernherr.

      Bei der Suche nach dem 28+2 Format fand ich 5.Mose 28.2
      "und werden über dich kommen alle diese Segen und werden dich treffen, darum daß du der Stimme des HERRN, deines Gottes, bist gehorsam gewesen."

      Segnungen der NATO:
      - Zerwürfnis alter Freundschaften
      - verwüstete Landschaften
      - Armut für die Völker
      - Geringschätzung der eigenen gewachsenen Kultur und Identität
      - Zunahme von Misstrauen, Egoismen, Gewalt
      ...
    • billyvorAntwort anUllrich Heinrich(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ullrich Heinrich,

      "Russland wird nicht von außen isoliert - Russland isoliert sich selbst"

      Um zu dieser Ansicht zu gelangen, gehört schon eine gehörige Portion Blauäugigkeit und/oder jahrelange erfolgreiche NATO-Indoktrination.
    • Ullrich HeinrichAntwort anbillyvor(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      billyvor,
      Nun, bis zum 26.02.2014 funktioniert die Zusammenarbeit Russland-NATO ganz hervorragend. An diesem Tag allerdings begann sich Russland ob seiner Aktivitäten auf der Krim selbst zu isolieren.
    • billyvorAntwort anUllrich Heinrich(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ullrich Heinrich,
      Ob "hervorragend" ist sicher eine Sache der Definition....

      Was die Krim-Session betrifft: Wenn Sie es als "Isolation" bezeichnen wollen, dass sich die NATO fix - und gern - in eine Sache einmischte, die ausschließlich eine zwischen Russland und der Ukraine war .......

      Ich verstehe aber, das die Session aus Sicht der NATO mehr als ärgerlich war:
      Statt eines bereits anvisierten NATO-Stützpunktes auf der Krim, im Herzen Russlands ein Putin, der diesen schönen Träumen zuvor kam.
      Das wird die NATO - insbesondere die USA Putin nie verzeihen ...........
    • Ullrich HeinrichAntwort anbillyvor(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      billyvor,
      Mal abgesehen, dass sich die NATO gar nicht einmischte, haben Sie offensichtlich auch noch den Glauben, dass irgendjemand in der NATO scharf auf einen Stützpunkt auf der Krim gewesen wäre.
      Warum in aller Welt hat es denn bis zum damaligen Zeitpunkt keinen nennenswerten NATO-Kräfte in den Mitgledsstaaten gegeben, die seinerzeit dem Warschauer Pakt angehörten?
      Was glauben Sie, wie lange würden Kampfflugzeuge tatsächlich aus den bereits vorhandenen Möglichkeiten bis zur Krim oder die Grenze russlands benötigen? Und dann glauben Sie tatsächlich, die Krim wäre ein Objekt der Begierde gewesen, zumal der russische Militärhafen ohnehin langfristig verpachtet war? Angenehme weitere Nachruhe.
    • studAntwort anAndrew Farkas(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Andrew Farkas, Russen stellen Gas ein,in eine Woche gibt es kein NATO und keine EU mehr,wie gafällt dir diese "Zusammenarbeit" als Ersatz für eine Schuldzuweisung der NATO?
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