04:00 06 Dezember 2019
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    Armer „Staat“: Zusammen mit Gebietsverlusten brechen dem IS die Einnahmen weg

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    Die Extremisten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ verlieren allmählich nicht nur große Gebiete, sondern auch ihre Einnahmen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

    Das „Islamische Kalifat“, wie sich die Anhänger von Abu Bakr al-Baghdadi seit mehr als einem Jahr nennen, erleidet eine Niederlage nach der anderen. Das „Kalifat“ verliert im schnellen Tempo sowohl im Irak als auch in Syrien Gebiete. Zugleich gehen auch die Zahl der Steuerzahler und damit die Steuereinnahmen zurück.

    Die Einnahmen des „Islamischen Staates“ sanken nach Angaben des analytischen Unternehmens IHS um fast ein Drittel. Die Dschihadisten müssen vor diesem Hintergrund neue Steuern einführen. So wird beispielsweise nicht nur die Installation von TV-Antennen, sondern auch ihre Reparatur besteuert. Fahrer von Lastwagen sowie diejenigen, die die von Extremisten kontrollierten Ortschaften verlassen wollen, müssen zusätzliche Steuern zahlen. Eine weitere neue Gebühr gilt für… falsche Antworten auf Fragen aus dem Koran. Zumindest eine neue Gebühr kann begrüßt werden – die Todesstrafe kann jetzt gegen Gebühr durch eine mildere Bestrafung ersetzt werden.

    „Mitte 2015 erhielt der ‘Islamische Staat‘ rund 80 Millionen Dollar pro Monat“, sagt der IHS-Analyst Ludovico Carlino. Im März seien die Einnahmen auf 56 Millionen Dollar gesunken.

    Dies erfolgt parallel zur Senkung der Ölförderung im Kalifat – von 33.000 Barrel pro Tag im vergangenen Monat auf die jetzigen 21.000 Barrel. Experten zufolge hängt dies mit den Angriffen der US-amerikanischen und russischen Fliegerkräfte auf die Ölvorkommen und die Infrastruktur der Extremisten zusammen. Allerdings könnten die Dschihadisten die Ölfördergebiete wiederaufbauen.

    Rund die Hälfte der Einnahmen des „Islamischen Staates“ entfällt auf Steuern und Beschlagnahmen von Eigentum und Geschäften. Die Öleinnahmen machen 43 Prozent aus. Der Rest entfalle auf Drogenhandel, den Verkauf von Strom und Spenden, so IHS-Experten.

    Bei diesen Berechnungen wurden nicht die Einnahmen aus dem Handel mit geplünderten archäologischen Gegenständen berücksichtigt. Wie der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin in seinem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat betont, werden dadurch jedes Jahr rund 150 bis 200 Millionen US-Dollar generiert.

    Der „Islamische Staat“ bleibt zwar eine ernstzunehmende Kraft in der Region, der Rückgang der Einnahmen ist jedoch ein großes Hindernis, das langfristig nicht die Kontrolle über große Gebiete des Kalifats ermöglichen wird. In den letzten 15 Monaten verlor der IS rund 22 Prozent seiner Gebiete (40 Prozent im Irak und zehn Prozent in Syrien). Die Bevölkerung des Quasi-Staates ging von neun auf sechs Millionen Menschen zurück, wodurch auch weniger Steuern eingenommen werden.

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