18:01 26 April 2019
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    Sicherheit im Netz: Russland und USA verhandeln Regeln für Cyberkriege

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Russland und die USA reanimieren das Zusammenwirken im Bereich der Cybersicherheit, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag. Die Kooperation auf diesem Bereich war vor zwei Jahren, nach Russlands Wiedervereinigung mit der Krim, auf Eis gelegt worden.

    Schon in dieser Woche treffen sich Vertreter des Weißen Hauses, des US-Außenministers und des FBI mit russischen Unterhändlern in Genf. Laut CNN sollen dabei die Bedingungen der 2013 getroffenen Abkommen revidiert werden.

    In Moskau begrüßt man das bevorstehende Treffen, das „die Rückkehr zu normalen Beziehungen“ bedeuten könnte. Die Amerikaner zeigen sich aber eher zurückhaltend. Laut einem Sprecher in Washington geht es nicht um einen Neustart der zuständigen Arbeitsgruppe im Rahmen der bilateralen Präsidentenkommission. „Es gehört zu unseren Interessen, mit Russland Fragen der Cybersicherheit zu besprechen“, so der Sprecher.

    Anlass sei die Befürchtung, „dass Cyber-Angriffe, von denen man fälschlicherweise glaubt, sie würden von der Gegenseite ausgehen, wegen fehlerhafter Interpretation zu einer wahren Konfrontation zwischen beiden Ländern führen könnten“. De facto wollen Moskau und Washington die Regeln von künftigen Internet-Kriegen behandeln, um es zu vermeiden, einander Provokationen vorzuwerfen.

    CNN erinnerte daran, dass entsprechende Beratungen seit einem Hacker-Angriff auf die ukrainischen Verbundnetze im Dezember 2015 geführt werden, als es im Gebiet Iwano-Frankowsk zu einem Blackout kam. Experten zufolge war das einer der ersten Fälle in der Geschichte, als einfache Menschen von einem Cyber-Angriff betroffen waren.

    In den USA vermutet man, dass hinter diesem Angriff russische Hacker stehen könnten, obwohl Washington keine offiziellen Anschuldigungen zum Ausdruck brachte. Experten für Cybersicherheit behaupten allerdings, dass dabei die so genannte Black Energy-Software verwendet worden sei, die laut Reuters von der Hackergruppierung Sandworm genutzt wird, die als russisch gilt. Diese Hacker werden verdächtigt, auch Nato-Computer zu attackieren.

    Vertreter der US-amerikanischen Agentur für Raketenabwehr erklärten in der vorigen Woche, dass Hacker heutzutage genauso gefährlich wie iranische und nordkoreanische Interkontinentalraketen seien. Das Pentagon behauptet, ständig mit Hackerangriffen seitens Chinas, Russlands usw. konfrontiert zu werden.

    Russische Experten stimmen ihren amerikanischen Kollegen generell zu. „Reale Kriegshandlungen werden inzwischen von der Konfrontation im Informationsraum bzw. im Internet abgelöst“, sagte Wladimir Stezurin von der Firma Avalanche Online. „Solche Kampagnen werden bereits geführt. Erwähnenswert ist beispielsweise, dass der Computerwurm Stuxnet 2010 das iranische Atomprogramm um drei oder vier Jahre ausgebremst hatte.“

    US-Vize-Verteidigungsminister Robert Work teilte Reuters mit, dass das Pentagon eine Liste von vorrangig wichtigen Maßnahmen zur Modernisierung der Cyber-Sicherheitskonzeption erstellt habe. Unabhängig von den Ergebnissen der diesjährigen US-Präsidentschaftswahl werde sich Washington auf vier Prioritäten konzentrieren: Cybersicherheit, Weltraum- und Nuklear-Eindämmungsmittel und den funkelektronischen Kampf. Die Größe des Militäretats Washingtons werde von diesen Faktoren abhängen.

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    Tags:
    Cyber-Krieg, NATO, FBI, USA, Russland