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00:45 15 Oktober 2019
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    Verschiebung der Werte: In Deutschland sind „Zwerg“-Parteien im Aufwind

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    In Deutschland sind offiziell mehr als 60 Parteien und 14 Vereinigungen registriert, fünf davon sind im Bundestag und jeweils 13 in den Landtagen und im EU-Parlament vertreten, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Deutsche Experten stellten in den letzten Jahren eine wachsende Popularität von Kleinparteien fest. Politologen erklären dies mit der Veränderung der Grundwerte der Gesellschaft und einem hohen Interesse an den nicht-materiellen Seiten des Lebens. Angesichts dessen änderte sich die traditionelle Aufteilung der Wählerschaft in Rechte, Zentristen und Linke.

    Unter kleineren Parteien gibt es exotische und „Zwerg“-Parteien. Allerdings nehmen sie am politischen Leben im gleichen Maße wie ihre großen Brüder teil. So ist die Wählervereinigung „Bürger in Wut“ mit zwei Sitzen in einem Landtag und die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative mit einem Sitz im EU-Parlament vertreten.

    Aus Kleinparteien entstehen manchmal sogar Parteien, die in einem Bundesland für Furore sorgen. So zog die Piratenpartei 2011 ins Abgeordnetenhaus in Berlin ein.

    Einige Parteien haben keine Verbindung zur Politik im gewöhnlichen Sinne. Dazu gehören die Familien-Partei, die Tierschutzpartei, die Deutsche Biertrinker Union, Die PARTEI, deren Hauptziel Satire und Kritik des politischen Systems ist, oder die Partei der Nichtwähler, deren Anhänger behaupten, dass sie immer gegen alle stimmen.

    Rechtsextreme Parteien, die in der letzten Zeit beim Thema Flüchtlingskrise punkten, sind nicht populär unter der Bevölkerung. Im Ganzen sind die Kleinparteien ein Indikator für den Zustand der Gesellschaft.

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    Migranten, Bundestag, EU, Deutschland