10:23 17 November 2019
SNA Radio
    Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas PCC in Havanna

    Historischer KP-Parteitag in Kuba – Abschiedsgruß des Fidel Castro

    © AP Photo / Ismael Francisco/Cubadebate
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    15746
    Abonnieren

    In Havanna ist der siebte Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas PCC zu Ende gegangen. Unabhängige Journalisten auf der „Insel der Freiheit“ halten ihn für „den letzten Parteitag in diesem Format“, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Donnerstag.

    Das Forum wurde de facto zum Abschied des Revolutionsführers Fidel Castro. Der 89-Jährige trug einen Sportanzug und hielt seine 20-minutige Rede sitzend: „Jedem von uns schlägt irgendwann die eine Stunde. Nur die Ideen der kubanischen Kommunisten werden ewig leben“, sagte Castro und betonte, dass dies möglicherweise sein letzter Auftritt in der Öffentlichkeit sei. Seine Stimme bebte dabei.

    © Sputnik .
    Abschiedsgruß des Fidel Castro

    Andere Mitglieder der „alten Garde“ haben es offenbar, trotz zahlreicher Prognosen, nicht eilig, sich zu verabschieden. Staatschef Raul Castro, der im Juni seinen 85. Geburtstag begeht, ist Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei geblieben. Der Zweite Sekretär, Jose Ramon Machado Ventura, der bereits 85 Jahre alt ist, bleibt ebenfalls im Amt. 

    Überraschend wurde der Vizevorsitzende des Staatsrats, Miguel Diaz-Canel, der als möglicher Nachfolger Raul Castros an der Machtspitze gehandelt wird, nicht befördert. Sehr widersprüchlich klang in diesem Kontext Rauls Aufruf zu einer Erneuerung der Parteiführung und zur Festlegung einer Altersobergrenze für Mitglieder des Zentralkomitees und des Politbüros: ZK-Mitglied darf man mit 60 und Mitglied des Politbüros mit 70 Jahren werden.

    Viele hatten von dem Parteitag wenigstens eine bedingte Novellierung der Verfassung erwartet. Wie aber Raul Castro in seiner zweistündigen Rede warnte, wird die Staatsführung weder ein Mehrparteiensystem, noch eine „Schocktherapie“ oder „jegliche Privatisierungsformeln“ zulassen. Er versprach zwar eine Verfassungsreform in den nächsten Jahren, aber jegliche Transformationen seien nur im Rahmen des sozialistischen Systems möglich.

    Darüber hinaus bestätigte Raul Castro, dass die USA trotz der jüngsten Wiederaufnahme der gegenseitigen diplomatischen Beziehungen und des Havanna-Besuchs des Präsidenten Barack Obama ein Feind blieben und die kubanische sozialistische Revolution beerdigen wollten. „Wir müssen auf der Hut sein wie nie zuvor“, warnte Raul.

    Fidel Castro
    © AFP 2019 / HO/www.cubadebate.cu/Estudios Revolucion

    Der dreitägige Parteitag hat die riesige Kluft zwischen der sozialistischen Rhetorik der kubanischen Führung und der Realität auf der Insel offensichtlich gemacht. Denn viele Kubaner interessieren sich zurzeit vielmehr dafür, ob der US-Dollar in Kuba endlich legitimiert wird und ob nach der britischen Rockband Rolling Stones auch andere ausländische Stars die Insel besuchen könnten.

    Die spanische Zeitung „El Pais“ schrieb in diesem Zusammenhang, die Kubaner brauchen „tiefgreifende Reformen“. Die Frage, wer sich mit diesen Reformen befassen könnte, bleibt jedoch offen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Fidel Castro: „Kuba hat keine Geschenke von Imperium nötig“
    Peinlich: Castro lässt sich von Obama nicht auf die Schulter klopfen – Video
    Fidel Castro wird 89 - Präsidenten Venezuelas und Boliviens nach Havanna
    Fidel Castro erinnert an Riesenschuld der USA gegenüber Kuba
    Tags:
    PCC, Fidel Castro, Kuba