22:39 06 Dezember 2019
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    Korea-Zwickmühle: Pjöngjang stellt Bedingungen für Atom- und Raketentest-Stopp

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    Nordkorea verlangt von den USA und Südkorea, auf ihre gemeinsamen Militärmanöver zu verzichten. Nur unter dieser Bedingung erklärt sich Pjöngjang zu einem Stopp seiner Raketentests bereit, wie die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Montag schreibt. Nordkoreas letzter Raketentest liege dabei gerade einmal eine Woche zurück.

    Die Situation auf der Halbinsel Korea spitzt sich immer weiter zu und entwickelt sich dabei nach einem seit langem bekannten Szenario: Auf gemeinsame amerikanisch-südkoreanische Übungen, die Pjöngjang für eine Probe zur Invasion nach Nordkorea hält, reagiert es mit eigenen Übungen und Raketenteststarts.

    Auffallend war, dass der nordkoreanische Außenminister Ri Su Yong wenige Stunden nach dem letzten Teststart seitens Nordkorea der Nachrichtenagentur Associated Press ein Interview gab, in dem er einige wichtige Erklärungen machte.

    Neben den üblichen Behauptungen, dass die internationalen Sanktionen Nordkorea nicht bezwingen würden, dass es Pjöngjangs gutes Recht sei, den Ausbau seiner militärischen Kraft voranzutreiben, und dass doch eigentlich die USA Nordkorea zur Entwicklung von Atomwaffen zwingen würden, die es für zur Selbstverteidigung benötige, gab der Chefdiplomat zu verstehen, dass die Atomtests durchaus gestoppt werden könnten, sobald Washington und Seoul ihre gemeinsamen Manöver im Süden der Halbinsel Korea einstellen. Dadurch könnten sich nach seinen Worten neue Möglichkeiten nicht nur für die beiden Koreas, sondern für die ganze Welt eröffnen.

    „Falls wir weiter den Konfrontationsweg gehen, könnte das katastrophale Folgen nicht nur für unsere beiden Länder, sondern für die ganze Welt haben“, warnte Ri Su Yong. „Die US-Regierung sollte ihre feindselige Haltung gegenüber Nordkoreas Politik aufgeben und die Militärmanöver auf der Halbinsel Korea stoppen. Dann würden wir ähnlich vorgehen.“

    Zudem warf der Minister den Amerikanern Druck auf andere Länder vor, damit diese ihrerseits Nordkorea unter Druck setzten. Gleichzeitig brachte er seine Freude für Kuba und den Iran zum Ausdruck, deren Beziehungen mit den USA in letzter Zeit wesentlich besser geworden seien, warnte aber, dass die Beziehungen dieser beiden Länder mit Washington immer ganz anders als die zwischen Nordkorea und den USA gewesen seien.

    Washingtons Reaktion auf Nordkoreas Vorstöße war nicht gerade zimperlich: Dem nordkoreanischen Außenminister Ri Su Yong, der derzeit als Teilnehmer einer internationalen Konferenz für nachhaltige Entwicklung in New York weilt, wurde laut dem Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, nur zu Veranstaltungen des Konferenzprogramms Zugang gewährt.

    Pjöngjang hatte Washington auch früher ähnliche Vorschläge gemacht. Aber das Weiße Haus – genauso wie Seoul – antwortete stets darauf, die Nordkoreaner müssten zunächst auf ihr Atomprogramm verzichten. Experten vermuten, dass die Amerikaner keinen Grund hätten, ihre Position zu diesem Thema zu ändern.

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    Raketentest, John Kirby, Ri Su Yong, Südkorea, USA, Nordkorea