18:36 23 September 2018
SNA Radio
    US-Übung in der Philippinen

    Neue US-Militärbasen: Im Stillen Ozean geht das Gespenst des Dritten Weltkriegs um

    © REUTERS / Romeo Ranoco
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    China und USA auf Konfrontationskurs (73)
    166105

    Die USA haben mit den Philippinen die Einrichtung neuer Stützpunkte vereinbart, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    China einerseits und die USA und die Philippinen andererseits spielen in Asien eine Schachpartie. Letztgenannten haben sich Japan und Taiwan angeschlossen. Russland stellt sich auf die Seite Chinas. Die zunehmenden Spannungen könnten zu einem globalen Konflikt führen, prognostizieren die Zeitschrift „National Interest“ und andere US-Medien. Die chinesische Zeitung „Renmin Ribao“ schrieb daraufhin, dass es gerade Washington sei, das die Spannungen erhöhe und eine Militärallianz in der Region aufbaue. Diese Rhetorik müsste man nicht so ernst nehmen, wenn Peking nicht einen neuen Flugplatz auf den umstrittenen Inseln geplant hätte.

    Offenbar sind es die äußeren Merkmale der näher rückenden Bedrohung. Die USA und die Philippinen initiierten ein Abkommen über Gebiete, die in US-Stützpunkte verwandelt werden sollen. Im April übten 8.000 US- und philippinische Soldaten elf Tage lang bei gemeinsamen Manövern die Vertreibung von Invasoren. Zugleich stellte Japan eine Radaranlage in Dienst, um chinesische Schiffe im Ostchinesischen Meer zu überwachen, wo Tokio und Peking um eine Inselgruppe streiten. 

    Im Norden der Asien-Pazifik-Region ist die Lage ebenfalls eher angespannt. Laut US-Experten erhört dort Russland allmählich seine Präsenz. Zur Unterstützung seines strategischen Partners China plant Moskau den Bau eines Stützpunktes auf den Südkurilen-Inseln.

    Das Pentagon ist ebenfalls darüber beunruhigt, dass Russland und China gemeinsame Manöver planen. Die US-Zeitschrift „National Interest“ warnte, dass jeder Fehler bzw. jede Provokation unter solchen Bedingungen zu einem globalen Konflikt führen könnten.

    Gibt es Gründe für solche Alarm-Prognosen? Laut „Renmin Ribao“ sorgen die USA absichtlich für großes Aufsehen, um die asiatischen Länder von der Existenz einer „chinesischen Bedrohung“ zu überzeugen. Washington wolle damit drei Aufgaben lösen. Erstens kann die US-Armee die Militärpräsenz in der Asien-Pazifik-Region weiter ausbauen. Zudem helfen die USA den Philippinen bei dem von ihnen initiierten Prozess am Internationalen Schiedsgerichtshof in Den Haag um den Territorialstreit mit China. Die USA wollen die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft erregen und „Mitgefühl“ für die Philippinen wecken. Damit könnte man die Tatsache verdecken, dass die Philippinen China bei Dingen provozieren, die mit der Souveränität und den Interessen des Landes zusammenhängen, sowie das Land daran hindern, die eigenen Rechte zu verteidigen. Darüber hinaus koordinieren die USA bei der Fragestellung nach der Sicherheit im Südchinesischen Meer die Handlungen ihrer Verbündeten und versuchen, eine Allianz zu bilden.

    Mehr zum Thema: Inselstreit: G7-Außenminister empören China

    Die Erwähnung des Internationalen Schiedsgerichtshofs durch die chinesische Zeitung zeigt, dass Peking darüber besorgt ist. Der chinesische Außenminister Wang Yi sagte beim jüngsten Russland-Indien-China-Treffen in Moskau seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, dass beide Mächte gemeinsam „einer Internationalisierung der Streitigkeiten“ entgegenwirken sollten. Wie es in dem Kommuniqué nach dem Treffen hieß, sollen die Streitigkeiten im Südchinesischen Meer durch Verhandlungen zwischen den Teilnehmern gelöst werden.

    Bedeutet das, dass China bei Konflikten im Südchinesischen Meer mit der Unterstützung Russlands rechnen kann? Dem Fernostexperten Alexander Issajew zufolge sollte man die Verstärkung der russischen Militärgruppierung auf den Südkurilen nicht mit den Ereignissen im Südchinesischen Meer in Zusammenhang bringen. Russland müsse sich um seine eigene Verteidigung kümmern, weil sich die militärpolitische Situation in Ostasien verschlechtere. Gemeint ist dabei auch die Zuspitzung auf der Korea-Halbinsel und die Stationierung von US-Raketenabwehrmitteln, die Russland und China bedrohen.

    Laut dem russischen China-Experten Alexander Larin hat sich die Position Russlands in Bezug auf das Südchinesische Meer prinzipiell nicht geändert. Russland wolle sich nicht in die Streitigkeiten hineinziehen lassen, sei jedoch wie China daran interessiert, dass die Vollmachten des Internationalen Schiedsgerichtshofs eingeschränkt werden, weil er nicht immer objektiv sei.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    China und USA auf Konfrontationskurs (73)

    Zum Thema:

    Gebietsstreit im Pazifik: US-Kriegsschiffe im Südchinesischen Meer eingelaufen
    Neues chinesisches Radar soll Tarnkappen-Jets sichtbar machen
    Territorialstreitigkeiten: Aus dem Meer um China wird allmählich ein See
    "Gefährliche Liebe": China warnt Beamtinnen vor Bekanntschaften mit Ausländern
    Tags:
    Russland, China, USA, Philippinen