17:40 25 Juni 2018
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    US-Experten berichten: Worin genau ist Russland der Nato überlegen?

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    Im Falle eines bewaffneten Konflikts hätte die russische Armee mehrere wichtige Vorteile gegenüber den Nato-Truppen. Zu diesem Schluss sind die Experten des US-Forschungszentrums RAND Corporation, David Shlapak und Michael Johnson, gekommen, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

    Dabei beriefen sie sich auf den Stabschef des US-Heeres, Mark Milley, der jüngst erklärt hatte, dass Russland in Europa der Nato überlegen sei. 

    Als Beispiel führten die Experten einen theoretischen Überfall Russlands auf die baltischen Länder an. Die RAND Corporation hatte sich mit einem solchen Szenario bereits früher befasst und festgestellt, dass Russland nur drei Tage bräuchte, um die Nato-Kräfte zu zerschlagen.

    Shlapak und Johnson kommen zu ähnlichen Schlüssen. Ihnen zufolge könnte Russland innerhalb von etwa zehn Tagen 27 Bataillone von insgesamt 30.000 bis 50.000 Mann aufstellen, denen unter anderem Panzertechnik zur Verfügung stünde. Die Nato könnte den Russen nur leicht bewaffnete Truppenteile gegenüberstellen. 

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    Den Experten zufolge hätte Russland in Europa etwa sieben Mal mehr Panzer als die USA und ihre Verbündeten, fünf Mal mehr Schützenpanzerwagen, fünf Mal mehr Kampfhubschrauber, vier Mal mehr Artilleriekanonen, 16 Mal mehr reaktive Artilleriewaffen, 24 Mal mehr Luftabwehrwaffen geringer Schussweite und 17 Mal mehr Luftabwehrwaffen großer Schussweite. 

    Aber die zahlenmäßige Stärke sei nicht das einzige Problem, betonen Shlapak und Johnson. Die russischen Artilleriewaffen haben eine viel größere Schussweite: Während die US-Waffen 14 bis 24 Kilometer weit schließen können, betrage die Schussweite der russischen Panzerhaubitzen 29 Kilometer. 

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    Darüber hinaus haben die europäischen Länder fast keine reaktiven Raketenwerfersysteme, so die RAND-Experten weiter. Und die Waffen, die sie haben, schießen bestenfalls 40 bis 70 Kilometer weit. Die Russen haben aber Raketenwerfer mit einer Schussweite von 90 Kilometern.

    Damit wäre Russland bei einem hypothetischen Konflikt der Allianz sowohl nach der zahlenmäßigen Stärke seiner Truppen als auch nach der Schussweite und der Stärke der Waffen der Nato überlegen, schlussfolgern Shlapak und Johnson. Und schließlich wäre die Nato auch dadurch benachteiligt, dass sie Probleme mit der Infrastruktur habe, die für die Unterstützung der eigenen Truppen erforderlich sei.

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    Tags:
    NATO, David Shlapak, Michael Johnson, Mark Milley, Russland
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