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    Neue Divisionen: Russland reagiert auf verstärkte Nato-Präsenz

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    Rossijskaja Gaseta
    Nato verstärkt Aktivitäten an Russlands Grenzen (357)
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    Russland reagiert auf die Annäherung der Nato-Kräfte an seine Grenzen, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu teilte am Mittwoch mit, dass an den westlichen Staatsgrenzen bis Jahresende zwei neue Divisionen als Widerstand gegen die Verstärkung der Nato-Präsenz in unmittelbarer Nähe der russischen Grenzen gebildet werden. Eine weitere Division soll im Süden entstehen.

    Über die genauen Stationierungsorte der neuen Divisionen, ihre Struktur, Technik und Ausrüstung gab das Verteidigungsministerium keine Auskunft. Nach „Rossijskaja Gaseta“-Angaben handelt es sich um die Einrichtung vollwertiger motorisierter Schützenverbände mit jeweils 10.000 Mann. Dazu sollen drei motorisierte Schützenregimenter, ein Panzerregiment, ein SFL- und ein Flugabwehrraketenregiment gehören. Zudem soll es in jedem Verband Einheiten für Aufklärung, Kommunikation, materiell-technische Versorgung, radioelektronischen Kampf, Strahlungs-, chemischen und biologischen Schutz geben. Es soll sich also um Verbände handeln, die bereit sein würden, selbstständig Verteidigungs- und Offensive-Kämpfe in bedrohten Gebieten zu führen.

    Nach den vorhandenen Informationen könnten zwei neue Divisionen des Militärbezirks West an die 20. allgemeine Armee mit dem Stab in Woronesch angeschlossen werden.

    Nach verschiedenen Angaben wird jetzt ein Verband auf Basis der 9. motorisierten Schützenbrigade gebildet. Ihre Einheiten befinden sich unter anderem in der Stadt Bogutschar im Süden des Gebiets Woronesch. Basis zur Aufstellung einer weiteren Division ist die ehemalige Garnison in Jelnja (Gebiet Smolensk). Diese Garnison war für einen aus Deutschland zurückgezogenen Verband und für deutsches Geld eingerichtet worden.

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    Was den neuen Verband im Militärbezirk Süd betrifft, soll es sich dabei um die Aufstellung einer neuen Division mit Hauptquartier in Rostow am Don und von drei Garnisonen im Gebiet Rostow handeln. Die Divisionen sollen mit neuesten Waffen, Panzerfahrzeugen, Wagen und Spezialtechnik ausgerüstet werden. Wahrscheinlich bekommen sie T-90-Panzer, Schützenpanzer BMP-3 und Schützenpanzerwagen BTR-82A. Bei einer realen Bedrohung durch die Nato kann diese Technik schnell zur Verstärkung der Kräfte nahe den russischen Grenzen verlegt werden.

    Wie es aussieht, wird man sich nicht auf die Einrichtung von drei neuen Divisionen beschränken. Die Nato errichtet seit Langem Militärinfrastruktur an den russischen Grenzen, weshalb Moskau eine Verstärkung der westlichen Verbände erwägt. Schoigu sagte im Herbst, dass seit Beginn 2015 im Militärbezirk West rund 30 Verbände und Einheiten gebildet worden seien. In derselben Periode entstanden im Militärbezirk Süd mehr als 15 neue Verbände.

    Mit der Aufstellung der drei neuen Divisionen sendet das russische Militärkommando ein klares Signal an die Nato – Russland wird dem Muskelspiel der Nato an den russischen Grenzen nicht tatenlos zuschauen. Es hat keinen Sinn, Russland abzuschrecken, geschweige denn unter Druck zu setzen. Es wird eine adäquate Antwort gefunden, darunter die Umrüstung der russischen Armee und Flotte mit modernen Waffen und Kampftechnik.

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    Transporter BTR-82A, Schützenpanzer BMP-3, Kampfpanzer T-90, NATO, Sergej Schoigu, Russland