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11:38 20 September 2019
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    Ölgewinnung in Iran

    Zurück auf Vor-Sanktions-Niveau: Iran pumpt Öl wie wild

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    Die Ölförderung im Iran hat im April das Niveau der Zeit vor den internationalen Sanktionen erreicht, wie Die Zeitung "RBC Daily" am Freitag unter Berufung auf einen entsprechenden Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) schreibt.

    Der Iran hat dadurch seinen Ölexport erhöhen können. Für Teheran galt die Rückkehr zum Vor-Sanktions-Volumen als Voraussetzung für das Einfrieren der Fördermenge im Rahmen der Opec.

    Wie der Leiter der iranischen Nationalen Ölgesellschaft (NIOC), Rukneddin Dschawadi, vor einigen Tagen mitteilte, beträgt der Ölexport aktuell im Durchschnitt 2,1 Millionen Barrel pro Tag. Die Ölförderung belief sich laut Stand vom 5. Mai auf durchschnittlich 3,7 Millionen Barrel täglich.

    Laut der IEA ist die Ölförderung im April auf 3,56 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Zuletzt war diese Marke im November 2011 erreicht worden, also zwei Monate bevor die EU ihr Ölimportembargo gegen Teheran verhängte.

    Der größte Ölabnehmer der Islamischen Republik ist China, das im April mehr als 800.000 Barrel täglich aus dem Iran importierte. Die Lieferungen nach Europa sind auf 500.000 Barrel täglich gestiegen. Zum Vergleich: Vor der Verschärfung der antiiranischen Sanktionen im Sommer 2012 hatten die Europäer etwa 600.000 Barrel „flüssiges Gold“ pro Tag aus dem Iran abgenommen.

    Auch andere Opec-Mitgliedsländer wie der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben im April die Ölförderung ausgebaut, aber ausgerechnet der Iran tat sich dabei besonders hervor: um 300.000 Barrel pro Tag mehr als im März. Vor diesem Hintergrund hat die gesamte Fördermenge in der Opec das absolute Maximum von 32,76 Millionen Barrel täglich im Jahr 2008 nahezu wieder erreicht. Teherans Weigerung, seine Fördermenge auf Eis zu legen, hatte die Verhandlungen in Doha am 17. April zum Scheitern gebracht, als die Saudis wegen der Kontroversen mit dem Iran die Gespräche stoppten.

    Der Iran kehre schneller als erwartet auf den Markt zurück, stellte der Leiter der IEA-Abteilung für Ölmärkte, Neil Atkinson, gegenüber Bloomberg fest. Die Aufstockung der Ölförderung in der Islamischen Republik werde allerdings durch Kürzungen in Venezuela und Nigeria ausgeglichen, ergänzte er.

    Der Preis für die Ölsorte Brent ist im Vergleich zu dem im Januar erreichten Tiefpunkt jüngst wieder um 69 Prozent gestiegen und erreichte am Donnerstag bereits 47,58 Dollar pro Barrel.

    Solange die Ölvorräte unter anderem beim weltweit größten Ölverbraucher USA immer noch in großem Umfang vorhanden sind, wird das die Preise beeinflussen, mahnen derweil Energiekonzerne wie die weltweit zweitgrößte Ölgesellschaft Royal Dutch Shell.

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    Sanktionen, Öl, NIOC, OPEC, Rukneddin Dschawadi, Iran