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    Nato-Raketen rücken näher – Moskau erwägt Reaktivierung von Krim-Frühwarnsystem

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    Das russische Verteidigungsministerium wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Raketenfrühwarnsystem „Dnepr“ auf der Krim reaktiveren, wie die Zeitung „Iswestija" am Dienstag schreibt.

    „Nach dem Zerfall der Sowjetunion bekam die Ukraine diese Radaranlage bei Sewastopol. Russland mietete sie eine Weile, doch wegen Kiews Standpunkt wurde der Mietvertrag aufgelöst“, teilte der Raketenabwehr-Experte Michail Chodarenok mit, räumte dabei jedoch ein: „Die Station wurde mehr als zehn Jahre lang nicht mehr betrieben und ist inzwischen nicht mehr einsatzbereit.“ Der Verlust der Radarstation „Dnepr“ sei 2013 durch die Station neuesten Typs „Woronesch-DM“ bei Armawir (Region Krasnodar) ausgeglichen worden.

    Diese Frühwarnstation sei im Prinzip ausreichend für die Gewährleistung der Sicherheit Russlands, so der „Iswestija“-Bericht, aber die jüngsten Aktivitäten der Nato mit den USA im Mittel- und im Schwarzen Meer lassen Moskau die Zweckmäßigkeit einer Reaktivierung der Radaranlage auf der Krim erwägen, so der Experte weiter.

    Mehr zum Thema: Stratfor-Chef: US-Raketenabwehr in Rumänien sinnlos gegen Russland

    „Dem Verteidigungsministerium wurden zwei Varianten der Reaktivierung der Station bei Sewastopol angeboten“, äußerte eine Quelle im Rüstungsindustriekomplex. „Die erste Variante wäre die teurere: Eine völlig neue Station unter Anwendung von Technologien zu bauen, die bei neuen Stationen des ‚Woronesch‘-Typs eingesetzt werden. Auf dieser Variante bestehen die Militärs. Die zweite Variante wäre billiger: Es würden Anlagen aufgestellt, die früher für eine ähnliche Station bei Irkutsk bestimmt waren, welche jedoch nie gebaut wurde. Im Rahmen der aktuellen Sparmaßnahmen wäre dieser Weg günstiger“, so der Insider.

    Die Besonderheit der „Woronesch“-Station besteht darin, dass sie aus einzelnen Modulen zusammengebaut wird. Während die inzwischen geschlossene russische Radarstation „Darjal“ im aserbaidschanischen Gabala aus zwei riesigen Betonblöcken bestand, die jeweils 60 und 100 Meter hoch waren und von 60 Personen betrieben wurden, ist die „Woronesch“-Station sehr kompakt und benötigt nur 15 Mitarbeiter. Zudem hatte der Bau von „Darjal“ zehn Jahre in Anspruch genommen und nahezu eine Milliarde US-Dollar gekostet. Eine „Woronesch“-Station kann binnen sechs Monaten errichtet werden und kostet nur etwa 1,5 Milliarden Rubel (etwa 20 Millionen Euro nach aktuellem Wechselkurs).

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    Die erste „Woronesch“-Station war 2008 bei St. Petersburg in Dienst gestellt worden. Mithilfe dieser Anlage können die russischen Militärs den Raum von Marokko bis Spitzbergen sowie bis zur Atlantikküste der USA überwachen. Die zweite Station wurde 2009 bei Armawir in Betrieb genommen, die die alte Anlage in Gabala ersetzte und den Russen die Überwachung von Nordafrika bis Indien ermöglichte. Außerdem gibt es eine „Woronesch“-Station im Gebiet Kaliningrad, die die alten Anlagen im ukrainischen Mukatschewe und weißrussischen Baranowitschi ersetzte. Testweise wird ein ähnliches Objekt im Gebiet Irkutsk betrieben, das den Raum von China bis zur Pazifikküste der USA abdecken soll. Geplant ist zudem der Bau von zwei Stationen in den Gebieten Krasnojarsk und Altai. Bereits begonnen hat der Bau ähnlicher Objekte in Orsk (Gebiet Orenburg) und bei Workuta (Republik Komi).

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    Radaranlage Woronesch, NATO, Michail Chodarenok, Russland, USA