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    Während sich in Wien um Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen bemüht wird, reisen immer mehr Terroristen-Veteranen in den Nahen Osten, wie die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag berichtet.

    Am Dienstag findet in Wien ein erneutes Treffen der Internationalen Gruppe zur Unterstützung Syriens statt, auch der russische Außenminister Sergej Lawrow ist anwesend. Er und seine Diplomatenkollegen wollen die innersyrischen Verhandlungen wiederbeleben und den Regelungsprozess des Syrien-Konfliktes beschleunigen.

    Die Lage im Nahen Osten selbst wird derweil zunehmend verworrener. Die Al-Qaida will ihren Ruf der wichtigsten Islamistengruppierung der Welt zurückgewinnen und in Syrien ein Aufmarschgebiet für Angriffe auf Europa und die USA schaffen.

    Die Teilnehmer der Konsultationen in Wien werden die Probleme der Umsetzung des Waffenstillstandes, die Gewährleistung des humanitären Zugangs zu allen betroffenen Gebieten und die in eine Sackgasse geratenen innersyrischen Verhandlungen erörtern. Die Verhandlungen stoßen derweil auf immer neue Schwierigkeiten: Nahe Aleppo werden Kämpfe fortgesetzt. Beobachter berichten über Verstöße gegen den Waffenstillstand.

    Es gibt einen weiteren Faktor, der die ohnehin katastrophale Lage zusätzlich undurchsichtiger gestaltet: die Aktivitäten des Terrornetzwerks Al-Qaida. Die Gruppierung, die jüngst durch Drohnenangriffen in Pakistan geschwächt wurde, hat erneut beschlossen, ein Aufmarschgebiet in Syrien einzurichten und schickt altgediente Kämpfer in die umkämpften Regionen, wie die „New York Times“ berichtet. Die Extremisten wollen auf Basis des in Syrien kämpfenden Al-Qaida-Ablegers Dschebhat an-Nusra ein eigenes Emirat schaffen, berichten US- und europäische Geheimdienste. Al-Qaida betrachtet Syrien als ein mögliches Aufmarschgebiet für Angriffe gegen Europa und die USA.

    Allerdings trifft Al-Qaida hier auf einen ernsthaften Rivalen, den sogenannten Islamischen Staat (IS, auch Daesh). Die Gruppierungen verfolgen verschiedene Ziele und Methoden, wie der US-amerikanische Nahostexperte Charles Lister meint. Al-Qaida unterscheide sich vom IS insofern, dass ihre Aktivitäten längerfristig geplant seien: Sie stelle mühsam ihren Einfluss in den unterschiedlichen Gebieten her und nehme auch Kontakt zu syrischen Aufständischen auf, die gegen die Regierungsarmee kämpfen. Der IS hingegen gehe vergleichsweise brutal und plump vor.

    Experten zufolge werde die Al-Qaida jedoch kaum ihr gewünschtes Emirat im Gebiet des bereits ausgerufenen Kalifats des Daesh errichten können, so das Blatt: Für den IS kämpfen derzeit etwa 19.000 bis 25.000 Kämpfer. Die Al-Nusra-Front zählt 5000 bis 10.000 Kämpfer. Die Veteranen würden die Gruppierung in Syrien allerdings massiv aufstocken.

    Al-Qaida zieht gegen den IS den Kürzeren und ist darüber sehr besorgt. Deshalb gehe sie nun aktiver vor, wolle Aufmerksamkeit erregen und sich mit dem IS messen, meint der Direktor des Zentrums für Zivilisationen-Partnerschaft des Instituts für Internationale Studien, Benjamin Popow. Die Al-Qaida versuche, ihren früheren Einfluss wiederherzustellen. Doch man sehe keinen besonderen Unterschied zwischen den Gruppierungen – beide seien als Terrorgruppierungen eingestuft und töten friedliche Einwohner. Die wichtigste Aufgabe sei, sie zu zerschlagen, weil es in Syrien andernfalls keinen Frieden geben werde, so der Experte.

    Der Kampf gegen Terroristen wird ohne erfolgreichen Abschluss der innersyrischen Verhandlungen keine Ergebnisse bringen. Eine weitere Runde des Wiener Prozesses soll nicht vor dem 20. Mai stattfinden, wie aus Diplomatenkreisen verlautet wird. Es ist unmöglich, die Konsultationen ohne einen erfolgreichen Ausgang des heutigen Treffens fortzusetzen.

    „Die Hauptaufgabe der heutigen Konsultationen ist die Wiederaufnahme des Wiener Prozesses, damit es bei den innersyrischen Verhandlungen keine Pausen gibt, die Seiten sich treffen und gemeinsam Fragen lösen. Von dieser Vorbereitungsarbeit hängt ab, wie schnell neue Verhandlungen beginnen können“, so Popow.

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    Al-Qaida, Terrormiliz Daesh, Sergej Lawrow, Syrien