13:39 22 November 2019
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    Nato-Übung in Georgien

    Nato rückt Russland auf die Pelle: Großmanöver in Osteuropa verstärkt

    © AFP 2019 / Vano Shlamov
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    Am ersten Tag des Treffens der Nato-Außenminister hat die Allianz, wie erwartet, mit Montenegro ein neues Mitglied aufgenommen, berichtet die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Bei dem Treffen sei vor allem die „Bedrohung aus dem Osten“ aktiv erörtert worden. Vor dem Nato-Gipfel in Warschau im Juli soll es nun noch weitere Großmanöver in dieser Region geben. Aus der Nato habe es allerdings geheißen, die Manöver wären schon lange vor der Krise mit Russland geplant worden und hätten ausschließlich „Verteidigungscharakter“.

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte vor Beginn der Ministersitzung die Themen an: die Unterzeichnung des Protokolls zum Beitritt Montenegros zu dem Militärbündnis, die Pläne der Nato zur Finanzierung der Armee Afghanistans bis 2020 sowie einen Ausbau der Aktivitäten im Schwarzen Meer. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung eines Dialogs mit Russland in einer Zeit wachsender Spannungen. 

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    Laut Stoltenberg wird im Mittelpunkt des bevorstehenden Nato-Gipfels in Warschau die Frage stehen, wie am besten die Stabilität außerhalb der Allianz gewährleistet werden könne. „Wenn die Situation bei unseren Nachbarn stabil ist, sind auch wir sicherer“, sagte Stoltenberg und erwähnte dabei den Irak, Libyen und die Situation im Mittelmeergebiet. Dabei schließe die Nato nicht aus, dass sich die Ereignisse tatsächlich eher zum schlimmeren Szenario hin entwickeln würden und deswegen besondere Aufmerksamkeit auf die Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit der Allianz gelegt werden müsse.

    Bei dem letzten Nato-Gipfel in Wales 2014 waren unter anderem die Modernisierung der Streitkräfte sowie die Schaffung von Schnellen Einsatztruppen beschlossen worden, die innerhalb von 48 Stunden an jedem Ort der Erde stationiert werden könnten. Nach zwei Jahren kann man bereits vorläufige Schlussfolgerungen ziehen – die Truppen wurden eingerichtet und üben in Übungsmanövern mögliche Szenarien.

    Am Mittwoch war ein spanisches Schiff mit etwa 500 Einheiten Militärtechnik und mehreren hundert Militärs der Schnellen Einsatztruppen im polnische Stettin eingelaufen. Sie werden bis zum 27. Mai bei den Übungen „Brilliant Jump“ eingesetzt, einer Übung zur überschnellen Verlegung großer Truppen in ein Konfliktgebiet. 

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    Am 7. Juni beginnen in Polen die nächsten, noch größeren Übungen „Anakonda“. Wie es aus dem Nato-Hauptquartier hieß, werden an dem Manöver bis zum 17. Juni etwa 31.000 Militärs, 105 Luftfahrzeuge, 2920 Transportfahrzeuge und zwölf Schiffe eingesetzt. Es sind die ersten Nato-Übungen in Polen mit einem solchen Ausmaß.

    Gleichzeitig werden Militärs aus Nato-Ländern auch an weiteren Übungen teilnehmen: Saber Strike und Baltops in den baltischen Staaten und Swift Response in Polen und Deutschland. Am Donnerstag erst waren die internationalen Übungen Dragon Pioneer und Spring Storm in Moldawien und Estland zu Ende gegangen.

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    Nato-Gipfel in Warschau, NATO, Jens Stoltenberg, Montenegro, Russland