09:19 22 Februar 2020
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    Das Kopf-an-Kopf-Rennen im Kampf um den Präsidentenposten in der Alpenrepublik hat die Österreicher am Sonntag vorm Fernseher gebannt: Von ersten Nachwahlbefragungen bis zum Montagmorgen variierte der Abstand zwischen den zwei Stichwahl-Kandidaten von zwei Prozent bis zu wenigen Tausend Stimmen, wie die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag schreibt.

    Am Sonntag ging die Stichwahl der Bundespräsidentenwahl in Österreich zu Ende. In der ersten Wahlrunde hatte der rechtskonservative Hofer mit großem Abstand vorn gelegen. Auf ihn entfielen 35 Prozent der Stimmen, während sein engster Rivale Alexander Van der Bellen 21 Prozent holte. Bereits vor der Abstimmung äußerte Hofer, dass für ihn 52 Prozent der Wähler stimmen werden. Laut ersten Nachwahlbefragungen lag Hofer am Sonntag nach Schließung der Wahllokale um 17 Uhr knapp vorn – der Abstand jedoch lag unter einem Prozentpunkt. Danach sank er weiter auf 0,3 Prozent. Nach Auszählung aller Stimmen aus den Wahllokalen lag der FPÖ-Kandidat mit 51,9 Prozent gegenüber 48,1 Prozent für Van Der Bellen vorn. Doch als am Montagnachmittag die Briefwahl-Stimmen ausgezählt waren — 900.000 Österreicher von insgesamt 6,4 Million Wählern hatten per Briefwahl gewählt – stand ein anderer Sieger fest: Van der Bellen gewann mit 50,3 Prozent der Stimmen.
    Alexander Van der Bellen
    © REUTERS / Leonhard Foeger

    Laut der österreichischen Verfassung wird der Bundespräsident für sechs Jahre gewählt. Das Staatsoberhaupt hat vor allem repräsentative Aufgaben. Allerdings hat er das Recht, die Regierung aufzulösen und einen neuen Bundeskanzler zu ernennen. Hofer hatte zuvor versprochen, zu diesem Recht bei seinem Wahlsieg zu greifen, falls der neue Bundeskanzler eine Erhöhung der Obergrenze bei der Flüchtlingsaufnahme zulasse. Der jetzige Bundespräsident Heinz Fischer wird seinen Posten bis zur Amtseinführung des neuen Präsidenten im Juli ausführen.

    Nach Angaben des österreichischen Meinungsforschungsinstituts SORA sind die meisten Wähler Van der Bellens Personen mit Uni-Abschluss, Angestellte und Beamte, die vorwiegend in der Hauptstadt und den Großstädten leben. Zudem punktete Van der Bellen mit seinen liberalen Ansichten vor allem bei den Frauen, der konservative Hofer dagegen bei Männern.

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    Tags:
    Alexander van der Bellen, Norbert Hofer, Heinz Fischer, Österreich