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05:09 23 Juli 2019
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    Russlands Präsident Wladimir Putin

    Putin in Griechenland: „Uns verbinden gemeinsame Werte“

    © Sputnik / Alexei Druzhinin
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    Wedomosti
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    Russlands Präsident Wladimir Putin weilt am Freitag in Griechenland. Es ist der dritte Besuch des russischen Staatschefs in einem EU-Land (mit Ausnahme des Gipfels im Normandie-Format in Paris) seit der Einführung der Sanktionen. Zuvor war er in Italien und Ungarn zu Besuch, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Es ist geplant, dass Putin und der griechische Premier Alexis Tsipras die handelswirtschaftliche Kooperation (nach Athen kommt eine große Gruppe von russischen Ministern und Leitern von Staatsunternehmen) besprechen und mehrere Dokumente unterzeichnen werden. Eines der Dokumente könne ein Abkommen zwischen Rosneft und Hellenic Petroleum zur Lieferung von Ölprodukten sein, berichtete der Präsidentenberater Juri Uschakow am Donnerstag.  Nach dem Treffen soll Putin in Begleitung des Patriarchen Kyrill den Heiligen Berg Athos besuchen und an der Zeremonie anlässlich der 1000-jährigen Präsenz russischer Mönche auf dem Berg teilnehmen.

    Patriarchen Kyrill den Heiligen Berg Athos besuchen
    © Foto : Pressedienst der Russisch-Orthodoxen Kirche
    Patriarchen Kyrill den Heiligen Berg Athos besuchen

    Laut Uschakow sind sich Putin und Tsipras darin einig, dass die Spannungen zwischen Russland und der EU abgebaut werden müssen. Athen tritt für die Wiederaufnahme des politischen Dialogs zwischen Brüssel und Moskau ein. Griechenland ist verpflichtet, die Sanktionen zu unterstützen, fordert jedoch ihre Aufhebung, so Uschakow.

    „Griechenland ist ein wichtiger Partner Russlands in Europa, uns verbinden die orthodoxe Kultur und gemeinsame zivilisatorische Werte“, heißt es in Putins Artikel für die griechische Zeitung „Kathimerini“. Russland trete für gleichberechtigte Beziehungen mit der EU ein, und obwohl sie bislang keine Bereitschaft zur gegenseitig vorteilhaften Kooperation zeige, gebe es keine unlösbaren Probleme, so Putin. „Man muss nur auf die Logik des eigennützigen Spiels verzichten und in der Tat die Interessen voneinander berücksichtigen“, so Putin.

    Die EU wird die Verlängerung der antirussischen Sanktionen im Juni besprechen. „Russland ist ein Partner und kein Gegner, die Sanktionen müssen abgeschafft werden, falls konkrete Fortschritte im Donezbecken erreicht werden,  die bislang nicht zu erkennen sind“, sagte der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault am 20. Mai.

    Moskau sehe Griechenland zwar nicht als ein völlig souveränes Land, das die EU-Politik ernsthaft ändern könne, allerdings würde in der EU die Aufhebung der Sanktionen diskutiert, und Griechenland sei eines der Länder, die die Annäherung an Russland lobbyieren wollen, so der Experte des Moskauer Carnegie-Zentrums Alexander Baunow. Die Verbündeten Athens bei dieser Frage seien Italien, Ungarn, Zypern, die Slowakei und mit Abstrichen Österreich. Ihre Zahl könne wachsen. Zudem sei es für Putin, der sich seit vielen Monaten in einer Isolation befunden habe, wichtig, dass man zu ihm reise und auch er reise, was eine bilaterale Tagesordnung bedeute, so der Experte.

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    Sanktionen, EU, Alexander Baunow, Patriarch Kyrill, Juri Uschakow, Wladimir Putin, Griechenland, Russland