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10:17 22 Oktober 2019
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    Wladimir Putin auf dem Heiligen Berg Athos

    Griechenland empfängt Putin mit offenen Armen – ganz ohne EU-Ärger

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    US-Raketenabwehr in Europa (57)
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    Der seit Beginn der Ukraine-Krise dritte Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem EU-Land ist nach seiner Form besonders aufgefallen, wie die Zeitung „Wedomosti“ am Montag schreibt.

    Das Flugzeug des russischen Staatschefs wurde noch am Himmel feierlich von drei Kampfjets der zur Nato gehörenden griechischen Streitkräfte begrüßt, am Flughafen erwartete Putin die Ehrenkompanie des Landes, jeder Schritt des russischen Präsidenten auf griechischem Boden wurde live im griechischen Fernsehen übertragen.

    Putin teilte am Ende seines Griechenland-Besuchs mit, sowohl mit der EU im Ganzen als auch mit jedem einzelnen Land unabhängig vom Kontext der politischen Beziehungen kooperieren zu wollen. Wirtschaftskooperation sei dabei die beste langfristige Garantie zur Gewährleistung des Friedens, so Putin. Allerdings brauche Moskau auch vorläufige Garantien: Russland wolle sich nicht mehr einfach mit Worten über ein großes gegenseitiges Interesse zufrieden geben, sagte Putin und erinnerte an den negativen Ausgang des Gaspipelineprojekts South Stream. Nicht weniger wichtig sei auch der Respekt vor den Interessen Russlands in Sicherheitsfragen, sagte Putin in Bezug auf den Aufbau der US-Raketenabwehrelemente in Rumänien und Polen.

    „Wir wiederholen seit Anfang der 2000er-Jahre ständig beharrlich dieselbe Sache: Wir werden gezwungen sein, darauf irgendwie zu reagieren. Neben allgemeinen Phrasen hören wir nichts, und die allgemeinen Phrasen sagen, dass dies alles nicht gegen Russland gerichtet sei und Russland nicht bedrohe“, so der russische Präsident. Doch die Raketenabwehr schaffe sehr wohl eine potentielle Bedrohung für die russischen Nuklearkräfte. Darum müssten auch Gegenmaßnahmen getroffen werden. „Während man noch gestern in einigen Teilen Rumäniens einfach nicht wusste, was es bedeutet, im Visier zu sein, müssen wir jetzt bestimmte Schritte unternehmen, die unsere Sicherheit gewährleisten werden“, so Putin.

    Die Stärkung der Beziehungen zu Russland, mit dem Griechenland nicht nur wirtschaftliche, sondern auch religiöse Beziehungen verbinden, ist eine strategische Wahl Athens, sagte der griechische Premier Alexis Tsipras. Athen sei bereit, eine Brücke zwischen Russland und der EU zu schlagen, so Tsipras. Zu einer möglichen Aufhebung der antirussischen Sanktionen sagte Tsipras allerdings, dass Griechenland nicht gegen die Regeln der internationalen Organisationen verstoßen wird.

    Der Besuch des russischen Präsidenten in Griechenland ist Experten zufolge das erste Anzeichen dafür, dass Russland die Isolation auf hoher Ebene durchbrechen wird. Von einem vollkommenen Durchbruch zu sprechen, sei allerdings noch zu früh.

    Laut dem ehemaligen Sprecher des ersten russischen Präsidenten, Boris Jelzin, Sergej Jasterschembski, sei der Einfluss Griechenlands innerhalb der EU nicht allzu groß. Ein Grund sei auch seine katastrophale Finanzlage. Allerdings ist die Tatsache des Besuchs Putins in Griechenland selbst von größerer Bedeutung als dessen Ergebnisse. Der Griechenland-Besuch zeige deutlich, dass in der EU ein Flügel aus Ländern Süd- und Mitteleuropas entstehe, die der Sanktionen überdrüssig seien, so Jasterschembski.

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