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23:42 18 August 2019
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    Diesel-Elektro-U-Boote des Projekts 636 „Warschawjanka“

    Russlands Pazifikflotte bekommt sechs neue Jagd-U-Boote „Warschawjanka“

    © Sputnik / Alexei Danichev
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    Neue Waffen für russische Armee (670)
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    Für die russische Pazifikflotte werden in der Petersburger Admiralitätswerft zusätzlich sechs Diesel-Elektro-U-Boote des Projekts 636.3 „Warschawjanka“ gebaut, wie die Zeitung "Wedomosti" am Mittwoch schreibt.

    Das teilte der Vize-Befehlshaber der Seestreitkräfte, Vizeadmiral Alexander Fedotenkow, am Dienstag bei Stapellauf und Taufe des U-Boots „Kolpino“ an der Werft in St. Petersburg mit. „Kolpino“ ist das sechste und letzte U-Boot dieses Typs, das im Sinne eines Vertrags von 2011 für die Schwarzmeerflotte gebaut wurde. Alle sechs U-Boote für die Pazifikflotte werden ebenfalls die Admiralitätswerft bauen, teilte seinerseits Werft-Direktor Alexander Busakow mit.

    Für die Baltische und die Nordflotte werden künftig U-Boote der fünften Generation gebaut, informierte Fedotenkow weiter.  Die U-Boote des Projekts 636 gehören der dritten und die U-Boote des Projekts 677 „Lada“ der vierten Generation an. Ein 677er U-Boot wird derzeit von der Nordflotte testweise betrieben.

    Mehr zum Thema: Moderne russische U-Boote überflügeln Kalter-Krieg-Niveau

    Bei dem Projekt 636.3 handelt es sich um eine modernisierte Modifikation des Projekts 877, das unter dem Namen „Warschawjanka“ bekannt ist. Diese U-Boote sind mit Marschflugkörpern Kalibr ausgerüstet. Das U-Boot „Rostow-na-Donu“ hat Ende 2015 beispielsweise mit diesen Raketen einige Bodenziele in Syrien beschossen.

    Das erste 877er U-Boot wurde in der UdSSR noch 1979 auf Kiel gelegt. Dieses Modell wurde in sieben Länder exportiert. Derzeit werden Verhandlungen über einen weiteren Verkauf von zwei U-Booten an Indien und noch zwei an Indonesien geführt.

    Wie ein Sprecher der Vereinigten Schiffbaukorporation sagte, wird das erste U-Boot für die Pazifikflotte wahrscheinlich bereits 2017 seinen Dienst aufnehmen können. Die jüngste Mitteilung des Vizechefs der Kriegsmarine sei sehr wichtig, betonte er, da bis zuletzt geplant worden sei, diesen Auftrag neben der Admiralitätswerft auch in einem Betrieb in Komsomolsk-am-Amur zu erfüllen. Allerdings seien Zweifel  aufgekommen, ob der Auftrag dort rechtzeitig erfüllt werden könne. Der Vertrag über den Bau von sechs U-Booten wird auf etwa 70 Milliarden Rubel (umgerechnet etwa 900 Millionen Euro) geschätzt. 

    Mehr zum Thema: Nato-General: Neue russische U-Boote bereiten USA Schwierigkeiten bei Überwachung

    Der Experte des Zentrums für Strategien- und Technologienanalysen, Konstantin Makijenko, sieht den Bau von U-Booten dritter Generation für die Pazifikflotte als fragwürdig. Am Schwarzen Meer seien die Schnelligkeit der Vertragserfüllung und die Möglichkeit zu Schüssen auf die Küste vorrangig gewesen. Die Pazifikflotte brauche aber modernere U-Boote, die zu potenziellen Duellen mit gegnerischen U-Booten fähig wären.

    Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erwiderte jedoch, dass man auf U-Boote der neusten Generation viel zu lange warten müsse, während die Pazifikflotte neue U-Boote dringend brauche, da die dortigen bisherigen U-Boote des Projekts 877 die ältesten in Russland seien und schnellstmöglich ersetzt werden müssten.

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    Kolpino, Rostow-na-Donu, U-Boote vom Typ Warschawjanka, Alexander Busakow