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08:48 21 September 2019
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    Nato-Übung in Litauen

    Großmanöver an der Ostsee: Demonstration der Stärke im Baltops-Stil

    © REUTERS / Ints Kalnins
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    Im Ostseeraum finden in dieser Woche die größten Nato-Manöver seit dem Zweiten Weltkrieg statt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Am 8. und 9. Juni wird in Warschau ein Gipfeltreffen der Nordatlantischen Allianz abgehalten. Im Vorfeld finden etliche Großmanöver verschiedener Nato-Mitglieder statt.

    An der Übung „Iron Wolf 2016“ in Litauen beteiligen sich Militärs aus den USA, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Polen und Luxemburg. Allein die USA haben dorthin etwa 1.000 Soldaten und circa 400 Militärfahrzeuge entsendet. Frankreich erwägt die künftige Stationierung von 150 Soldaten in Litauen.

    Gleichzeitig findet in der Region die Nato-Übung „Saber Strike 2016“ statt, deren wichtigste Aufgabe darin besteht, die Truppenverlegung aus Westeuropa über Deutschland nach Polen, Rumänien, Bulgarien und in die baltischen Länder zu üben.

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    In Polen hat heute die Übung „Anaconda 2016“ begonnen, die dem Beginn des Nato-Gipfels gewidmet ist. Laut dem polnischen Verteidigungsministerium werden sich daran bis zu 27.000 Soldaten aus 22 Ländern, darunter etwa 10.000 Amerikaner, beteiligen. Ein Sprecher der Militärbehörde sagte dazu: „Für uns ist nicht nur das zahlenmäßige Potenzial wichtig, sondern vor allem die Zahl der daran beteiligten Länder, denn das ist ein Beweis für das Niveau der politischen Verflechtung.“

    Ende der vorigen Woche startete die Marineübung „Baltrops 2016“. Zu diesem Zweck traf am 2. Juni die „Mount Whitney“, das Flaggschiff der 6. US-Flotte, vor Ort ein. Der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral James Foggo, erklärte: „Wir wollen sicher sein, dass wir eventuell auf jede Krise reagieren können. (…) Das ist das Zeichen: Wir sind hier und wir sind vereint.“

    Nato-Übung in Polen
    © Flickr / SHAPE NATO/Arkadiusz Dwulatek
    An diesem Manöver sind 50 Kriegsschiffe, 60 Flugzeuge und Hubschrauber sowie mehr als 6.000 Marinesoldaten aus zwölf Ländern beteiligt.

    Zudem finden zum ersten Mal Nato-Manöver auf dem Territorium von Nicht-Mitgliedsländern der Allianz statt: Vom 6. bis 8. Juni wird auf dem Übungsgelände Syndalen in Finnland die Landung von Marineinfanterie geübt. Kurze Zeit später ist eine ähnliche Übung auf der Insel Utö geplant.

    Russische Militärexperten betrachten diese Aktivitäten der Nordatlantischen Allianz als Provokationen gegen Russland.

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    Der dänische Militärhistoriker, Brigadegeneral a.D. Michael Clemmesen, warnte seinerseits, dass dermaßen umfassende Manöver in der Ostsee mit dem Risiko verbunden seien, dass daraus eine große militärische Konfrontation resultiert. Sowohl die Nato als auch Russland bauen ihre militärische Präsenz in der Region aus, obwohl beide Seiten behaupten, keinen Krieg gegeneinander zu wollen.

    US-General Ben Hodges erklärte inzwischen auf einer Pressekonferenz in Vilnius, die Nato müsste „eine reale Eindämmung Russlands erreichen“. Die bereits in den baltischen Staaten stationierten Kräfte seien dafür nicht ausreichend, und das Bündnis müsse seine Militärpräsenz in der Region ausbauen.

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    Die Situation wird dadurch kompliziert, dass Finnland und Schweden als Nicht-Mitglieder der Allianz sich bereit zeigen, Nato-Kräfte auf ihrem Territorium zu empfangen.

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    Tags:
    Baltrops 2016, Mount Whitney, Anaconda 2016, Saber Strike 2016, Iron Wolf 2016, NATO, James Foggo, Russland