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    Flugzeugträger USS John C. Stennis (CVN 74) bei der Übung „Malabar“

    Chinesisches Schiff spioniert amerikanischen Flugzeugträger aus

    © Foto: U.S. Navy/Kenneth Rodriguez Santiago
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    China und USA auf Konfrontationskurs (73)
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    Nahe der japanischen Insel Okinawa findet dieser Tage eine gemeinsame Übung der Seestreitkräfte der USA, Japans und Indiens statt. Damit wollen diese Länder China signalisieren, dass die Volksrepublik nicht den westlichen Teil des Pazifiks allein kontrollieren darf, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    An der Übung „Malabar“ beteiligen sich der US-Flugzeugträger „John C. Stennis“ mit 18 Jagdbombern an Bord und neun weitere Schiffe, darunter ein japanischer Hubschrauberträger und mehrere indische Fregatten.

    Tokio und Washington sind durch einen Militärvertrag verbunden, und daher ruft ihre Teilnahme an dem Manöver keine Fragen hervor. Nicht ganz klar ist jedoch, warum sich Indien, das sich zur Blockfreiheit bekennt, plötzlich den beiden Großmächten angeschlossen hat. Die indische Agentur PTI verwies darauf, dass sich Neu-Delhi an den „Malabar“-Übungen schon zum 20. Mal beteilige. Ein Sprecher der indischen Marine sagte, das Ziel dieses Manövers sei, das Kooperationsniveau der drei Flotten zu erhöhen und die Prinzipien der Schifffahrtsfreiheit zu festigen. 

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    Ein chinesischer Offizieller in Neu-Delhi, der anonym bleiben wollte, brachte seine Besorgnis über die Entsendung indischer Schiffe in das Südchinesische Meer zum Ausdruck. Laut der Zeitung „Times of India“ sind die Chinesen mit der Annäherung der Inder an die Amerikaner und Japaner unzufrieden. Noch mehr als das: Peking halte die Entsendung des indischen Marineverbands als Neu-Delhis Antwort darauf, dass die Volksrepublik die Aufnahme Indiens in die Gruppe der Nuklearmaterial-Lieferländer blockiere.

    Aber Deklarationen allein genügen den Chinesen nicht. In den Raum geschickt, wo die dreiseitigen Übungen stattfinden, haben sie ein Schiff geschickt, das laut westlichen Medienberichten die „John C. Stennis“ ausspionieren soll. Damit geben sie Washington deutlich zu verstehen, dass sie ihm nicht die Kontrolle über seine lebenswichtigen Handelswege auf hoher See überlassen werden. 

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    Aber auch die Amerikaner bauen ihre Kräfte im Westpazifik aus. Schon im April waren zwei Zerstörer nach Ostasien geschickt worden. Demnächst wird diese Gruppierung voraussichtlich zusätzlich gestärkt.

    Pawel Kamennow vom russischen Institut für Fernost-Studien verwies darauf, dass diese Schritte „der von den Amerikanern zuvor verkündeten Strategie entsprechen“. Angesichts des intensiven Wirtschaftswachstums im Asien-Pazifik-Raum wachse auch die militärische Stärke Chinas. „Deswegen wollen auch die USA bis zu 60 Prozent ihrer Marine- und Luftstreitkräfte in diesen Raum verlegen“, so der Experte.

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