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14:59 21 September 2019
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    Situation in Syrien

    Syrien: Moskau macht Washingtons „Plan B“ zunichte

    © REUTERS / Rodi Said
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    Verteidigungsminister Sergej Schoigu ist im Auftrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Syrien gereist, wo er den russischen Stützpunkt Hmeimim besucht und sich mit der Führung der Republik getroffen hat, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Wie es im russischen Verteidigungsministerium hieß, wurden beim Treffen mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad die militärische und militärtechnische Kooperation sowie einzelne Aspekte des Zusammenwirkens im Kampf gegen die Terrorgruppierungen besprochen.

    Schoigu wurde von seinem Stellvertreter, Armeegeneral Dmitri Bulgakow, der für die materiell-technische Versorgung der Armee und die russische Militärgruppierung in Syrien zuständig ist, begleitet. Eines der Ziele des Besuchs war wohl die Verbesserung der Hinterland-Versorgung des russischen Militärs in Syrien. Die russischen Militäreinheiten sollen mehr Munition bekommen. Zudem soll die militärische und humanitäre Hilfe für Damaskus ausgebaut werden.

    Diese Aufgabe wurde von Schoigu während seines Besuchs auf dem Stützpunkt Hmeimim formuliert. Moskau demonstrierte damit, dass es Assad weiterhin unterstützt und aktiv am Kampf gegen die Extremisten zur friedlichen Regelung des Syrien-Konflikts teilnimmt, wovon der russische Präsident Wladimir Putin kurz vor Schoigus Syrien-Besuch gesprochen hatte. 

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    Russischer Su-34-Bomber beim Einsatz gegen den IS in Syrien
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation
    Die USA setzen Plan B weiter um. Sie unterstützen politisch und militärisch weiterhin die so genannte gemäßigte Opposition in Syrien. Gleichzeitig wird der Kreml unter diplomatischen Druck gesetzt. Am vergangenen Samstag gab es Ärger wegen eines erneuten Zwischenfalls mit einem russischen Su-24-Militärflugzeug und einem amerikanischen FA-18-Kampfjet. Wie CNN am Freitag unter Berufung auf Pentagon-Quellen berichtete, flogen russische Flugzeuge im Süden Syriens, sechs Meilen vor der jordanischen Grenze nahe al-Tanf mehrere Angriffe gegen Stellungen der Extremisten, die von den USA unterstützt werden. Nach CNN-Angaben hatten die US-Piloten versucht, in dem umkämpften Gebiet den Kontakt mit den russischen Kollegen herzustellen, was jedoch nicht gelang. Später berichtete das Pentagon über den Vorfall. Die US-amerikanische Botschaft in Russland forderte von Moskau Garantien dafür, dass keine Angriffe gegen die syrische Opposition geflogen werden.

    „Der Vorfall zeigt die Ineffizienz der Pläne des Pentagons in Syrien“, so der russische Militärexperte Juri Netkatschew. „Wir erinnern uns daran, wie lauthals sie das Auftauchen von zwei Flugzeugträgern im Mittelmeer ankündigten, die zur Verärgerung Russlands den Kampf der gemäßigten Opposition gegen Assad und den „Islamischen Staat“ intensivieren wollten. Daraus wurde nichts “, so der Experte. 

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    Der Vorfall wurde am Samstag bei einer Videokonferenz zwischen dem Pentagon und dem russischen Verteidigungsministerium besprochen. Laut dem Sprecher der russischen Militärbehörde, Igor Konaschenkow, sind die Vorwürfe der USA nicht nachvollziehbar. Das angegriffene Objekt sei mehr als 300 Kilometer von den Gebieten entfernt gewesen, die von den Amerikanern als Areale bezeichnet wurden, in denen die Opposition aktiv ist, die sich zum Waffenstillstand bekennt. Konaschenkow zufolge hielten sich die russischen Luftstreitkräfte an die vereinbarten Verfahren, wobei die Koalitionsmitglieder über die Bodenziele im Voraus informiert worden waren.

    Das russische Verteidigungsministerium hatte dem US-Militär in den letzten Monaten mehrmals vorgeschlagen, eine einheitliche Karte mit aktuellen Informationen über die Stützpunkte der in Syrien agierenden Kräfte zu erstellen. Allerdings sei kaum ein bedeutender Fortschritt erreicht worden, heißt es aus dem russischen Verteidigungsministerium. Die USA verzichten auf eine enge Militärkooperation in Syrien, weshalb es weiterhin zu ähnlichen Vorfällen kommen könnte.

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    Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, Sergej Schoigu, Syrien, USA, Russland