03:36 03 April 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Was wird mit dem Brexit? (340)
    251235
    Abonnieren

    Das Brexit-Referendum hat eine Welle separatistischer Stimmungen sowohl im Vereinigten Königreich als auch in anderen EU-Ländern ausgelöst, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    In Schottland und Nordirland spitzten sich erneut Diskussionen über eine mögliche Unabhängigkeit von London zu. Auch in Katalonien wird erneut über ein notwendiges Referendum zum Ausstritt aus Spanien gesprochen. In einigen EU-Ländern sind immer häufiger Stimmen für die Durchführung eines Referendums wie in Großbritannien zu hören.

    Als der britische Premier David Cameron das Referendum ankündigte, stellten Experten Prognosen über mögliche Folgen eines Brexit auf. Allerdings glaubten sie kaum daran, dass die Briten am 23. Juni für den Brexit stimmen. Doch Britannien sagte „Nein“ zur EU. Gegen die EU stimmten England und Wales. Schottland und Nordirland, die für den Verbleib in der Europäischen Union stimmten, müssen sich jetzt von Brüssel verabschieden. 

    Mehr zum Thema: Nach Brexit-Schock: Über eine Million Briten fordern zweites Referendum

    Good bye England! - Guten Morgen Deutschland
    © REUTERS / Yuya Shino/File Photo
    In Schottland stimmten 62 Prozent für den Verbleib Großbritanniens in der EU. Vor zwei Jahren waren 55 Prozent der Schotten gegen die Unabhängigkeit. Laut einer Umfrage von „Sunday Post“ sind 59 Prozent der Einwohner der Region bereit, für die Unabhängigkeit zu stimmen, um in der EU zu bleiben. Die Regierungschefin Schottlands, Nikola Sturgeon, will unbedingt die Frage nach der Durchführung eines Referendums stellen. Sie sagte im BBC-Interview, dass es das Vereinigte Königreich, wo Schottland 2014 beschloss zu bleiben, nicht mehr gebe. Ihr zufolge will sie direkte Verhandlungen mit Brüssel über mögliche Varianten aufnehmen, bei denen Schottland in der EU bleibt.

    Inzwischen gab Brüssel zu verstehen, dass Schottland der EU nur als souveräner Staat beitreten könne. Der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger. ließ im Interview für Euronews zu, dass Schottland 28. Mitgliedsstaat der EU wird.

    Laut George Soros wird die Situation mit der Einheit Großbritanniens immer trüber. „Kann sein, dass Großbritannien nicht überlebt, weil Schottland versuchen wird, die Unabhängigkeit zu erlangen; die Politiker Nordirlands rufen zur Vereinigung mit Irland auf.“

    Zudem spitzt sich die Situation um Gibraltar zu. Spanien erkennt die Zugehörigkeit dieser Gebiete zu Großbritannien nicht an. Beim Referendum am Donnerstag stimmten die meisten in Gibraltar für den Verbleib in der EU. Dies nutzt Madrid natürlich aus. Der spanische Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo betonte, dass die Spanier die Unabhängigkeit Gibraltars anstreben werden. Der britische Außenminister Philip Hammond betonte seinerseits, dass London nach dem Brexit weniger Möglichkeiten haben werde, Gibraltar zu verteidigen. Alle Probleme für die Spanier an der Grenze würden sich katastrophal auf die Wirtschaft Gibraltars auswirken, so Hammond.

    Laut Soros droht auch der Zerfall der gesamten EU. Das Katastrophenszenario werde Wahrheit, wobei der Zerfall der EU beinahe unumkehrbar sei. Die EU sei mit einer großen Zahl an Problemen konfrontiert, die ungelöst bleiben. Nach dem Brexit gebe es fast keine Chancen auf die Aufrechterhaltung der EU mehr.

    Auch Kataloniens Behörden freuten sich über den Ausgang des Referendums in Großbritannien. Dem katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont zufolge hat das britische Referendum bewiesen, dass Katalonien ebenfalls Chancen auf einen Volksentscheid hat.

    Wie die finnische Rundfunkanstalt Yleisradio berichtete, wird in Finnland die Idee eines Referendums über den Verbleib in der EU immer populärer.

    Die Chefin der französischen Front National, Marine Le Pen, forderte nach einem Treffen mit Präsident Francois Hollande die Durchführung eines Referendums in Frankreich über die Mitgliedschaft in der EU. Ihr zufolge wird Brüssel alles machen, damit der Brexit möglichst schmerzhaft verläuft und andere Völker dem Beispiel der Briten nicht folgen wollen. Le Pen nannte diese Politik der EU eine Chaos-Strategie, die die Kluft zwischen den EU-Nationen noch vertiefen werde.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Was wird mit dem Brexit? (340)

    Zum Thema:

    Jura-Experte zu Brexit-Streit: Was darf Schottlands Parlament?
    FPÖ-Vizechef Hofer hält "Öxit" bis Jahresende für möglich
    Was hat Brexit mit Moskau zu tun? US-Politiker klärt auf
    Deutsches Außenamt nach Brexit-Referendum lieber besoffen und fröhlich?
    Tags:
    Brexit, EU, Marine Le Pen, David Cameron, Schottland, Großbritannien