Widgets Magazine
22:57 19 Juli 2019
SNA Radio
    Wachschiff „Jaroslaw Mudry“

    Russland und USA im Clinch: Beinahe-Kollision im Mittelmeer

    © Sputnik / Igor Zarembo
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    64411

    Russland hat trotz des jüngsten Zwischenfalls im Mittelmeer nicht vor, seine Marinegruppierung vor der syrischen Küste auszubauen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle im Verteidigungsministerium.

    Damit lehnt die Militärbehörde faktisch die Idee des früheren Befehlshabers der Schwarzmeerflotte, Wladimir Komojedow, ab, den Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ ins Mittelmeer zu schicken, der sich dort „ständig aufhalten sollte“.

    Am 17. Juni wären das russische Wachschiff „Jaroslaw Mudry“ und der US-Zerstörer „Gravely“ beinahe kollidiert. Die Verteidigungsministerien beider Länder warfen einander „gefährliches und unprofessionelles Verhalten“ vor. Auf dem Video, das der Fernsehsender Russia Today veröffentlichte, sah es so aus, dass die Amerikaner, die die Internationalen Regeln zur Vorbeugung von Schiffskollisionen auf hoher See verletzten, daran schuld waren.

    Fotos: Russlands Pazifikflotte

    „Auf dem Video ist zu sehen, dass der amerikanische Zerstörer praktisch den Kurs des Wachschiffs ‚Jaroslaw Mudry‘ querte und sich 60 bzw. 70 Meter von ihm entfernt befand“, so der Kommentar zum Video. Der Sender „Voice of America“ behauptete allerdings unter Berufung auf Pentagon-Vertreter, die „Jaroslaw Mudry“ hätte als erste ein gefährliches Manöver begonnen. Die US-Militärs erklärten, das russische Schiff hätte sich in etwa fünf Meilen (neun Kilometern) vom Flugzeugträger „Harry S. Truman“ befunden und dadurch eine Konfliktsituation provoziert.

    Im Mittelmeer ist eine große Marinegruppierung der USA um zwei Flugzeugträger zugegen. Jeder von ihnen hat 95 Kampfjets an Bord, die die Stellungen der Extremisten in Syrien aus der Luft angreifen.

    Moskau und Washington verfolgen in Syrien unterschiedliche Ziele, und solche Zwischenfälle, die früher nur während des Kalten Kriegs passierten, könnten sich wiederholen. Dazu kommt es aktuell sowohl in der Luft als auch auf dem Wasser.

    Eine Militärquelle in Moskau teilte am Mittwoch mit, dass die russische Gruppierung im Nahen Osten „ausreichend für die Lösung der gestellten Aufgaben“ sei. Wie groß sie ist und aus welchen Kräften sie besteht, präzisierte der Insider allerdings nicht. Laut Angaben aus offenen Quellen sind auf dem Fliegerstützpunkt Hmeimim ein gemischtes Regiment der Luftstreitkräfte, Spezialeinheiten und Versorgungskräfte stationiert. Die Marinegruppierung am Mittelmeer zählt mindestens zehn Schiffe. Flaggschiff ist der Raketenkreuzer „Warjag“.

    Fotos: US-Flugzeugträger „Harry S. Truman“ im Mittelmeer

    Diese Kräfte sind nach Einschätzung der Quellen im Verteidigungsministerium ausreichend für die Aufrechterhaltung der Balance mit der US-Gruppierung im Nahen Osten. Es gibt für sie aber auch andere Aufgaben, die beispielsweise mit der Beförderung von Schiffen und U-Booten zu den Marinestützpunkten am Schwarzen Meer verbunden sind.

    So bestätigte die Militärbehörde gestern, dass das neueste Diesel-U-Boot „Stary Oskol“ auf dem Weg zur russischen Küste sei, es habe bereits die Dardanellen und den Bosporus passiert. Es werde vom großen Landungsschiff „Asow“, dem Bugschiff „Professor Nikolai Muru“ sowie einer Fregatte der türkischen Seestreitkräfte begleitet, die offenbar auf dem gesamten Weg durch neutrale Gewässer in der Nähe bleiben wird.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    National Interest: US Army in künftigen Kriegen ein schwacher Gegner?
    Deutscher Diplomat: „Viele fürchten sich vor einem neuen Krieg“
    USA verlegen zweiten Flugzeugträger ins Mittelmeer
    US-Langstreckenbomber an russischer Ostsee-Grenze gesichtet - Medien
    Tags:
    Flugzeugträger Admiral Kusnezow, Gravely, Wachschiff Jaroslaw Mudry, USA, Russland