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    Sarmat wird nahe Hawaii getestet – neue Route für neue ballistische Rakete

    © Photo : RIA Novosti. Sergei Kazak
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    Russland bereitet den umfangreichen Test der neuen schweren Interkontinentalrakete Sarmat vor, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Freitag. Raketen dieses Typs sollen 2018 planmäßig in die Bewaffnung der russischen Streitkräfte aufgenommen werden.

    Ballistische Rakete Wojewoda
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation
    Wie der frühere Chef des Hauptstabs der strategischen Raketentruppen, Viktor Jessin, mitteilte, soll dieses Modell die aktuellen ballistischen Komplexe RS-20V Wojewoda (Nato-Code: SS-18 Mod. 3 Satan) ersetzen. Diese Waffen stehen seit mehr als 25 Jahren im Dienst, und jede Rakete kann schwere Atomsprengköpfe über mehr als 11.000 Kilometer befördern. Aber sie werden alt und müssen nun ersetzt werden, so der General.

    „Die wichtigsten Anforderungen an die neue Rakete bestehen in der Verbesserung ihrer energetischen Charakteristika, damit sie die aktuelle und künftige Raketenabwehr der USA überwinden kann“, betonte Jessin. Nach seinen Worten müssten die neuen Raketen imstande sein, Schläge gegen jeweilige Ziele nicht nur über den Nord-, sondern auch über den Südpol zu versetzen.

    Wie der Vizeverteidigungsminister Juri Borissow zuvor erklärt hatte, müssten die neuen Raketen eine Flugweite von mehr als 11.000 Kilometern haben.

    „Das ist durchaus erreichbar“, zeigte sich General Jessin zuversichtlich. „Der ‚energetische Effekt‘ der Sarmat-Rakete lässt sich durch die Vervollkommnung der Brennstoffrezeptur und der Konstruktion erreichen. Offen bleibt allerdings die Frage, wie die Flugweite praktisch überprüft werden kann. (…) Üblicherweise werden unsere Raketen zwischen Plessezk und Kura (auf Kamtschatka) oder Baikonur getestet. Aber diese Strecke ist nur 7.000 Kilometer lang, während viele unserer Raketen für Flüge von mehr als 12.000 Kilometern geeignet sind. In diesem Fall müssten unsere Militärs Raketen aus dem Hohen Norden irgendwohin in Richtung Hawaii schießen. Das wäre ein schwieriger, aber machbarer Test.“

    Professor Wadim Kosjulin von der Akademie der Militärwissenschaften erinnerte daran, dass in Sowjetzeiten ballistische Raketen des Typs UR-100 in die Bewaffnung aufgenommen worden waren, und erst danach hatte die Militärführung beschlossen, ihre maximale Flugweite zu testen. Die Rakete konnte jedoch das geplante Ziel nicht erreichen. Später stellte sich heraus, dass sie in der Schlussphase des Fluges zu viel Brennstoff verbraucht hatte, wobei der Rumpf enorm vibrierte und am Ende auseinanderfiel.

    RS-20 Wojewoda
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation

    Die Prüfung der maximalen Flugweite gehört immer noch zu den schwierigsten Tests. Zum letzten Mal wurde das während der Übung „Stabilität 2008“ unternommen, als eine ballistische Rakete R-29PMU2 einen neuen Weltrekord für Raketen dieser Klasse (11.500 Kilometer von der Barentssee bis in den Raum westlich der Hawaii-Inseln) aufstellte.

    Der frühere Vizechef des Apparates des Sicherheitsrates und jetzige Vizeleiter des Instituts für USA- und Kanada-Studien, Pawel Solotarjow, stimmt zu, dass eine Rakete unmöglich in die Bewaffnung aufgenommen werden könne, bevor ihre maximale Flugweite geprüft worden ist. „Anhand der früheren Erfahrungen wissen unserer Militärs und Konstrukteure, dass sie sich nicht nur auf die Theorie verlassen können. Wenn wir wollen, dass Sarmat-Raketen aus jeder Region Russlands die ganze Welt im Visier haben, dann müssen wir von ihren faktischen Charakteristiken überzeugt sein“, so der Experte.

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    Tags:
    Wojewoda, Hawaii, Russland