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    S-300-Luftabwehrsystem

    Russland schützt iranischen Himmel – und sorgt für Aufregung in USA und Israel

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    Nesawissimaja Gaseta
    Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Teheran (44)
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    Russland könnte schon in diesem Jahr den Vertrag mit dem Iran über die Lieferung von vier Divisionen der Raketen S-300PMU2 Favorit erfüllen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Wie der Leiter der staatlichen Korporation Rostech, Sergej Tschemesow, im Juni mitteilte, erfolgen die Lieferungen strikt im Sinne des vereinbarten Zeitplans.

    Der Direktor des Föderalen Dienstes für militärtechnische Kooperation, Alexander Fomin, bestätigte seinerseits vor wenigen Tagen, dass die Islamische Republik bereits „mehr als einen Komplex“ erhalten habe. Laut Quellen handelt es sich um zwei S-300-Divisionen, von denen jede aus einem Luftabwehrkomplex besteht.

    Die erste S-300-Division war bereits im April bei einer Militärparade in Teheran präsentiert worden. Wie ein hochrangiger iranischer Militär damals mitteilte, werden diese Raketen „bis Ende dieses Jahres“ (laut dem persischen Kalender bis März 2017) in den Bereitschaftsdienst gestellt.

    Das Raketensystem S-300PMU2 Favorit ist für die Verteidigung von Truppengruppierungen, strategischen Objekten, Militärstützpunkten, Industriebetrieben usw. vor ballistischen Raketen und Marschflugkörpern, Drohnen sowie strategischen und taktischen Fliegerkräften bestimmt. Der Funkradar der S-300-Rakete kann Luftobjekte aus einer Entfernung von 300 Kilometern orten und deren Zugehörigkeit durch ein besonderes Erkennungssystem bestimmen. S-300-Raketen können aerodynamische Ziele aus drei bis 200 Kilometern, ballistische Ziele aus fünf bis 40 Kilometern und niedrig fliegende Objekte aus fünf bis 38 Kilometern treffen.

    Moskau und Teheran hatten den S-300-Vertrag noch im Jahr 2007 abgeschlossen. Nach der Verabschiedung einer Resolution des UN-Sicherheitsrates über das Verbot des Verkaufs von schweren Offensivrüstungen an den Iran im Jahr 2010 untersagte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew auch die Lieferung von Defensivrüstungen an die Islamische Republik. Teheran erhielt den bereits bezahlten Vorschuss zurück, ließ sich das dennoch nicht gefallen und ging gerichtlich gegen Moskau vor. Später zogen die Iraner ihre Klage aber zurück. 

    Video: S-300-Raketen in Aktion>>

    Als Präsident Wladimir Putin die Sanktionen gegen den Iran außer Kraft setzte, sorgte er damit für Aufregung in den USA und in Israel. „Wir haben die Meldungen über den möglichen Verkauf von S-300-Raketen an den Iran gesehen“, sagte damals der Sprecher der US-Administration, Josh Earnest. „Die USA hatten schon früher ihre Einwände dagegen zum Ausdruck gebracht.“

    Auch die Israelis zeigten sich damit unzufrieden. In einer Mitteilung von Aufklärungsminister Yuval Steinitz hieß es damals: „Das (die Lieferungen) beweist, dass das Wachstum der iranischen Wirtschaft, das der Aufhebung der Sanktionen folgen wird, für den Waffenkauf und nicht für die Förderung des Wohlstandes des iranischen Volkes verwendet wird.“

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