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08:25 22 Juli 2019
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    Terroranschlag vor der Prophetenmoschee in Medina im Westen Saudi-Arabiens

    Den Terroristen ist nichts mehr heilig – jüngste Anschläge zeigen neue IS-Strategie

    © AP Photo / Noor Punasiya
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    Die Welle von Terroranschlägen, die die muslimische Welt kurz vor dem Ende des Ramadan erschütterte, hat Saudi-Arabien erreicht, wo sich die wichtigsten islamischen Heiligtümer befinden, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    An drei Orten in Saudi-Arabien hatten sich am Montag Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Ein Anschlag wurde auf die weltweit bekannte Propheten-Moschee verübt. Damit wurde eine Terrorserie fortgesetzt, die verschiedene Regionen umfasste – vom Nahen Osten bis nach Südasien. Die hinter den Anschlägen stehende Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verfolgt ein einziges Ziel – zu beweisen, dass ihre Niederlagen in Syrien und im Irak die Welt nicht sicherer machen. „Kommersant“-Experten warnen vor neuen Anschlägen in verschiedenen Regionen der Welt.

    Die Terroranschläge in Saudi-Arabien ereigneten sich am Montag im Abstand von wenigen Stunden. Objekt des letzten Anschlags wurde die Propheten-Moschee in der heiligen Stadt Medina, wohin Pilger aus der ganzen Welt kommen. Der Selbstmordattentäter versuchte die Moschee während der Abendpredigt zu betreten, wurde aber von Sicherheitskräften gestoppt, wonach er die Bombe zündete.

    Saudi-Arabien: Neues VIDEO vom Anschlag in Medina aufgetaucht

    Bei dem Anschlag kamen vier Polizisten und der Terrorist ums Leben. Es hätte deutlich mehr Opfer geben können, wäre der Terrorist in die Menschenmenge eingetaucht. In den letzten Tagen des Ramadan kommen Tausende Gläubige in die Propheten-Moschee.

    Wenige Stunden zuvor ereigneten sich in Dschidda im Westen Saudi-Arabiens und in Katif im Osten des Landes zwei Anschläge nach einem ähnlichen Szenario. 

    Die Gesamtzahl der Opfer dieser drei letzten Anschläge in Saudi-Arabien ist geringer als die bei den Terroranschlägen in Bagdad und Dakka Ende vergangener Woche, allerdings sorgten die Anschläge in Saudi-Arabien für besondere Aufmerksamkeit.

    Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif machte eine für Teheran ungewöhnliche Erklärung, indem er Saudi-Arabien, dem größten Widersacher des Iran, sein Beileid ausdrückte. Er rief Riad zur Vereinigung der Anstrengungen beim Antiterrorkampf auf. „Für Terroristen gibt es keine roten Linien mehr, die sie nicht überqueren können. Sowohl Sunniten als auch Schiiten werden zu Opfern, solange sie sich nicht vereinigen“, so Sarif.

    Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Anschläge in Saudi-Arabien scharf. Die Attacken seien „an Zynismus kaum zu überbieten“, sagte Steinmeier. „Denn sie zeigen einmal mehr, dass die Terroristen vor nichts, aber auch gar nichts Halt machen, um Schrecken zu verbreiten und ihr Unheil zu treiben.“ Steinmeier betonte ebenfalls, dass der Terror nur mit koordinierten Handlungen bekämpft werden könne.

    Auch aus Moskau gab es Reaktionen zu den Anschlägen. „Wir bestätigen unsere prinzipielle Position eines kompromisslosen Kampfes gegen das globale Terror-Übel, der keine Doppelstandards zulässt“, hieß es im russischen Außenministerium. Es wurde die Bereitschaft geäußert, die Koordinierung der Antiterroranstrengungen mit Saudi-Arabien und anderen Staaten der Region und außerhalb ihrer Grenzen zu stärken.

    Experten warnen vor der wachsenden Bedrohung durch Terroranschläge in verschiedenen Regionen der Welt, mit denen die Islamisten, die immer mehr Niederlagen in Syrien und im Irak erleiden, versuchen, den psychologischen Krieg zu gewinnen.

    Laut dem Experten Alexander Ignatenko verfolgen die Terroranschläge der letzten Tage ein Ziel – das Potential und die Möglichkeiten des IS unter den Bedingungen zu zeigen, in denen der Kern der Organisation großen Schaden genommen hat.

    In der nächsten Zeit werde der IS seine Schritte möglichst variieren und eine neue Strategie ausarbeiten. Deswegen werden die Terroranschläge immer öfter in den Nachbarländern verübt, um ihr Sicherheitssystem zu zerstören und eine innere Destabilisierung zu erreichen, so der Experte.

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