15:28 28 Oktober 2020
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    Normalisierung der russisch-türkischen Beziehungen (108)
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    Ankara geht auf die Militärkooperation mit Moskau im Tausch gegen den Verzicht ein, den kurdischen Separatismus zu unterstützen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Als Antwort auf die Wiederaufnahme der russischen Präferenzen für die türkischen Bau-, Energie-, Handels- und Touristengeschäfte will Ankara beim Antiterrorkampf im Nahen Osten enger mit Moskau kooperieren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Türkei den Flugzeugen der russischen Luft- und Weltraumkräfte in Syrien genehmigt, über das eigene Territorium zu fliegen.

    Laut einer militärdiplomatischen Quelle soll dies voraussichtlich in einem Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zwischen zwei Ländern fixiert werden, das Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan bei ihrem kommenden Treffen unterzeichnen werden. 

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    An dem Text des Abkommens arbeiten jetzt Regierungsbeamte und Experten beider Länder. Von einem möglichen Abschluss einer Vereinbarung zeugen indirekt auch die Worte des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu, der am Montag mehrmals betonte, dass die türkischen Behörden beim Kampf gegen den Islamischen Staat enger mit Russland kooperieren könnten. Einige Journalisten berichteten, dass die Türkei bereit sei, Russland den Luftstützpunkt Incirlik bereitzustellen. Doch Ankara dementierte diese Informationen. Laut einer Quelle der „Nesawissimaja Gaseta“ handelt es sich bei den Absichten der türkischen Seite um eine engere Kooperation bei der Luftfahrt, der Aufklärung und zwischen den Militärstäben beim Kampf gegen die Terroristen.

    Bekannt ist, dass Moskau und Ankara die Kampfgruppen im Nahen Osten verschieden deuten. Syrische und russische Kräfte fliegen oft Angriffe gegen Gruppierungen, die von der Türkei unterstützt werden. Dabei erklärte das russische Verteidigungsministerium mehrmals, dass die Türkei Plattform für mehrere Extremisteneinheiten sei, die die Lage in den nördlichen Provinzen Syriens destabilisieren (Latakia, Idlib, Aleppo).

    Wohl nicht zufällig sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow vor einigen Tagen, dass es für alle, auch die Türkei, richtig wäre, dass sich Ankara jetzt auf die Einstellung der Unterstützung von Terroristen konzentriert. Diese Worte betreffen die Situation bei Aleppo, wo mit Unterstützung der Türkei Kämpfe zwischen den Truppen Assads und den Extremisten, darunter der so genannten gemäßigten Opposition, andauern.

    Moskau und Damaskus wurden von den USA mehrmals Bombenangriffe auf diese Stellungen vorgeworfen. Lawrow zufolge will Russland erreichen, dass die US-Partner das seit langem gegebene Versprechen erfüllen, die mit der US-geführten Koalition kooperierenden Oppositionseinheiten vom „Islamischen Staat“ und „Dschebhat an-Nusra“ zu trennen. Jetzt wird wohl Russland versuchen, diese Idee mit der Türkei umzusetzen. 

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    Nach Quellenangaben werden Moskau und Ankara in der nächsten Zeit versuchen, die Positionen zu Syrien anzunähern. Dafür gibt es wohl gemeinsame Berührungspunkte. Beide Staaten sind gegen den Zerfall Syriens. Bei den Aktivitäten der Türkei an der syrischen Grenze und in den nahegelegenen Gebieten geht es um die „Neutralisierung“ der Kurden, die neben Russland auch von Israel und den USA aktiv unterstützt werden. Sowohl Tel-Aviv als auch Washington sind für den Rücktritt Assads und die Gliederung Syriens.

    Ankara ist jedoch gegen die Autonomie der kurdischen Gebiete. Falls Moskau den kurdischen Separatismus nicht mehr unterstützt, wird Ankara die Aktivitäten an der syrischen Grenze abschwächen und mit der Schaffung eines Luftkorridors die russischen Flüge zum Luftstützpunkt in Latakia einfacher machen. Die Türkei könnte auch helfen, mit den gemäßigten Extremisten einen Friedensprozess aufzunehmen, humanitäre Konvois zu organisieren, u.a. Diese Hilfe könnte schnell und effektiv sein.

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    Tags:
    Mevlüt Çavuşoğlu, Recep Tayyip Erdogan, Syrien, USA, Russland, Türkei