19:58 15 November 2018
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    Nato-Gipfel in Warschau

    Asymmetrischer Dialog: Zwischen Russland und Nato bleibt ein verbaler Konflikt

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    Der jüngste Nato-Gipfel in Warschau und die Reaktion Russlands auf die von der Allianz getroffenen Beschlüsse zeigt, dass das gegenseitige Misstrauen groß und zu wenige Kommunikationsmechanismen vorhanden sind, um einen Kompromiss bei wichtigen Fragen zu erreichen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Die Beziehungen zu Russland waren nicht das einzige Thema des Gipfels in der polnischen Hauptstadt. Die Staatsoberhäupter besprachen den Antiterrorkampf, den Kampf gegen Cyber-Bedrohungen, Verhinderung der Masseneinwanderung aus Brandherden, den Kampf gegen Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, die Kooperation mit Maghreb- und Golf-Staaten sowie Jordanien im Sicherheitsbereit. Von 139 Punkten der Schlusserklärung wird Russland direkt in 23 erwähnt.

    Allerdings hat sich beim Nato-Gipfel auch bestätigt, dass die Nato ihre Beziehungen zu Moskau weiter auf Grundlage von Abschreckung und Dialog gleichzeitig gestalten will.  Die Nato-Länder wollen die angebliche „Bedrohungen aus dem Osten“ mit der Stationierung neuer Truppen in den osteuropäischen Ländern sowie engerer Koordinierung der politischen und militärischen Anstrengungen der Allianzmitgliedsstaaten abwehren.

    Die Reaktion Moskaus darauf war voraussehbar: Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte, dass die Nato weiter in einem militärpolitischen „Hinter den Spiegeln“-Bereich existiert.

    Mehr zum Thema: Nato verstärkt Aktivitäten an Russlands Grenzen

    Für den 13. Juli ist eine weitere Sitzung des Russland-Nato-Rats geplant. Bei der vorherigen Sitzung im April hatten die Seiten große Diskrepanzen in ihren Positionen feststellen müssen.  

    Laut Fredrik Wesslau und Andrew Wilson vom Think Tank European Council on Foreign Relations  ist die Unvoraussagbarkeit ein unabdingbarer Teil des russischen Vorgehens in der Welt geworden. Dabei sei es nun wichtig: Hat diese Unvoraussagbarkeit Grenzen? Wie unvorhersehbar ist ein Dialog mit der Nato bei konkreten Punkten zur Verhinderung eines Kriegs? Oder sind asymmetrische Antworten auf diese Fragen wichtiger?

    Andere Experten sehen jedoch auch positive Signale. Alexej Malaschenko vom Carnegie-Zentrum zufolge dürfte Moskau damit zufrieden sein, dass sich die Nato mit einer möglichen Aufnahme der Ukraine und Georgiens nicht beeilt. Der Europa-Experte Timofej Bordatschow hofft, dass sich die Seiten trotz eines ernsthaften Konflikts zwischen Russland und dem Westen im Dialog auf technische Fragen der Verhinderung von Militär-Vorfällen konzentrieren können.

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    Tags:
    NATO, Andrew Wilson, Fredrik Wesslau, Russland