16:48 15 Dezember 2019
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    Ein Atom-U-Boot des Projekts 971 „Schtschuka-B“ (Nato-Codename „Akula“)

    „Aufgetaucht im Ural“: Indien least zweites russisches Atom-U-Boot – oder doch nicht?

    © AFP 2019 / FRED TANNEAU
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    Indien will für zehn Jahre ein zweites U-Boot vom Projekt 971 aus dem Bestand der russischen Marine pachten, welches nach eigenen Anforderungen modernisiert und mit Überschallraketen BrahMos bewaffnet ist, wie die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag schreibt.

    Am Montag sei demnach in Jekaterinburg in der Ural-Region auf der internationalen Industriemesse Innoprom-2016 am offiziellen Stand „Make in India“ eine Meldung über künftige militärtechnische Kooperationen zwischen Moskau und Delhi aufgetaucht. Dabei sei von Plänen Indiens die Rede gewesen, „zwei Atom-U-Boote der Klasse Akula-II zu leasen – mit der Option, diese nach Ablauf der Leasing-Frist zu übernehmen“. Laut einem Vertreter des russischen Rüstungsunternehmens Rosoboronexport gegenüber „Kommersant“ ist die militärtechnische Zusammenarbeit zwischen den beiden Länder recht fruchtbar und besitzt durchaus Wachstumspotential.

    In früheren Medienmeldungen hieß es, bei den russisch-indischen Verhandlungen gehe es um ein 1998 gebautes Atom-U-Boot K-322 „Kaschalot“ (Pottwal) aus dem Bestand der russischen Pazifikflotte.

    Mehr zum Thema: Russische Fregatten für Indien — „Um Interessen auf See zu sichern“

    Ranghohe russische Beamte haben der Zeitung zufolge dabei nicht nur mehrfach Vereinbarungen mit Indien über das Leasing von Atom-U-Booten, sondern selbst die Verhandlungen abgestritten. Noch im Mai hatte der Direktor der Föderalen Behörde für Militärtechnische Zusammenarbeit, Alexander Fomin, erklärt: „Ein solches Projekt gibt es nicht.“

    Wie „Kommersant“ unter Verweise auf eigene Quellen aus Militärkreisen schreibt, soll sich die indische Marine für dieses U-Boot entschieden haben. Die Gefechtsbereitschaft der russischen Flotte solle dies aber in keiner Weise beeinträchtigen, da sich noch ausreichend U-Boote 667BDRM „Kalmar“ (Nato-Bezeichnung: Delta-III-Klasse) und 949 „Antey“ (Nato-Bezeichnung: Oscar-Klasse) sowie die strategischen Atom-U-Boote des Projekts 955 „Borei“ (ein Trägersystem für seegestützte Interkontinentalraketen „Bulawa“, Nato-Bezeichnung: Borei-Klasse) im Einsatz befänden.

    Auftraggeber Indien soll außerdem eine umfassende Modernisierung des U-Boots verlangen, nicht nur die Anpassung des Steuersystems an die indischen Seeleute, sondern auch die Bewaffnung betreffend.

    „Insbesondere soll das U-Boot statt mit dem Raketenkomplex Club-S, der sonst im Rahmen von Exportverträgen geliefert wird, mit Startkomplexen für Überschall-Seezielflugkörper BrahMos (eine Gemeinschaftsentwicklung zwischen dem indischen Rüstungskonzern Defense Research and Development Organization und dem russischen Raketenhersteller NPO Maschinostrojenija) ausgerüstet werden“, konkretisiert die Zeitung „Kommersant“.

    Die Verhandlungen über die Vermietung eines zweiten russischen U-Boots an Indien hatten bereits im Jahr 2012 begonnen, als die indische Marine für zehn Jahre ein U-Boot des Projekts 971 „Schtschuka-B“ (Hecht-B), Nato-Codename „Akula“, bei Russland leaste, das von Indien in „Chakra“ umbenannt worden sei.

    Die U-Boote des Projekts 971 „Schtschuka-B“ (Nato-Codename „Akula“) sind atomgetriebene Mehrzweck-U-Boote der dritten Generation, erbaut  zwischen 1983 und 2004.

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    Zusammenarbeit, Bulawa-Rakete, Borej (U-Boot), Projekt 995, Oscar-Klasse, Delta-III-Klasse, Atom-U-Boot K-322 Kaschalot, Anti-Schiffsrakete BrahMos, Atom-U-Boot, Projekt 971, Rosoboronexport, Alexander Fomin, Ural, Russland, Indien