13:53 06 Dezember 2019
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    Luftangriff der von den USA angeführten Koalition auf die syrische Stadt Manbidsch in der Nacht auf den 19. Juni

    Einwohner von Manbidsch: Amerikaner gehen genauso grausam vor wie der IS

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    Ein Luftangriff der von den USA angeführten Koalition in Syrien in der Nacht auf den 19. Juni hat mehr als 200 Einwohnern der Stadt Manbidsch im Norden des Landes das Leben gekostet, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag.

    Ein Einwohner, den die Zeitung als „Mohammad“ bezeichnet, schrieb in einem sozialen Netzwerk (er war vehement gegen Telefonkontakte, denn die IS-Kämpfer würden ihn nach seinen Worten sofort töten), die Amerikaner gingen fast genauso grausam wie die IS-Kämpfer vor.

    „Die Luftstreitkräfte der Koalition haben das Dorf Tuhar zerbombt und 212 Menschen, darunter Frauen und Kinder, getötet. Das war ein sehr intensiver Luftangriff. Ich verstehe nicht, warum sie so brutal handeln“, so „Mohammad“. „Die Amerikaner bombardieren uns jeden Tag. Dabei machen sie keinen Unterschied zwischen Bewohnern und Kämpfern. Ihre Koalition begeht sehr viele Fehler. Jeden Tag sterben Dutzende unschuldige Menschen. Wir haben weder Lebensmittel noch Wasser. Ich kann meine Familie nicht ernähren, kann aber auch die Stadt nicht verlassen – wegen der Extremisten.“

    Ferner schätzte „Mohammad“ die Handlungen der russischen Luftwaffe positiv ein, die nie zivile Objekte angreife und gezielt gegen den IS kämpfe. Auch die so genannten „Syrischen demokratischen Kräfte“ lobte er, die nach seinen Worten den Zivilisten aufrichtig helfen.

    Der US-Präsidentenbeauftragte für die Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat, Brett McGurk, wies bei einem Briefing allerdings die Vorwürfe, die USA hätten zahlreiche Zivilisten in Tuhar getötet, zurück. In Washington habe man zwar diese Medienberichte gesehen. „Ich denke aber nicht, dass wir irgendwelche Angaben sehen werden, die so etwas bestätigen würden“, betonte er.

    Die Aussagen der Augenzeugen sprechen jedoch für sich selbst. Das Problem besteht aber auch darin, dass die Einwohner von Manbidsch die Stadt nicht verlassen können, weil solche Versuche von den IS-Terroristen grausam unterbunden werden. Damit befinden sie sich zwischen zwei Feuern: Auf der Erde werden sie vom IS und aus der Luft von der US-Koalition getötet.

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    „Mohammad“ erzählte auch von den Gräueltaten der IS-Kämpfer. „Vor allem muss ich sagen, dass sich in Manbidsch sehr viele ausländische Kämpfer aufhalten. Diese Terroristen sind hauptsächlich aus Europa gekommen, aber auch aus dem Sudan, aus Libyen, der Türkei, Ägypten, Myanmar und Pakistan. Es gibt auch Terroristen aus Russland, und zwar sehr viele, vor allem aus Tschetschenien“, führte er an.

    Die Gesamtzahl der Kämpfer schätzte er auf etwa 1000. „Sie töten ständig Menschen ohne jeglichen Grund, und zwar jeden, der ihnen Widerstand leistet. (…) Männer im Alter von 18 bis 33 Jahren zwingen sie, auf ihrer Seite zu kämpfen, oder sie setzen sie als Selbstmordattentäter ein.“ Außerdem müssten die Stadteinwohner hohe „Steuern“ zahlen. „Ihr Vorgehen begründen die IS-Kämpfer mit den islamischen Normen, obwohl ihre Gräueltaten mit dem Islam nichts zu tun haben“, so Mohammad.

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    Terroristen, Terrormiliz Daesh, Brett McGurk, Manbidsch, Syrien, USA