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11:04 16 Juli 2019
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    Schnellboot des Typs Raptor

    Agentenjagd auf Schnellbooten: Russische Marine bekommt „Küsten-Sondereinheiten“

    © Foto: Astillero naval "Pella"
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    Nowyje Iswestija
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    Die russischen Seestreitkräfte haben zwei neue Spezialeinheiten bekommen, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Montag.

    Wie eine Quelle verriet, sind sie auf dem Stillen Ozean und auf der Krim im Einsatz. Ihre Aufgabe sei die Bekämpfung von feindlichen Diversanten in russischen Hoheitsgewässern und die Entsendung eigener Aufklärungsgruppen zu naheliegenden gegnerischen Objekten.

    „Derzeit prüfen wir ihre Organisationsstruktur sowie ihre Boote, Drohnen und die andere Technik, die für diese Kräfte bestimmt ist“, so der Insider.

    Wie der Leiter des Zentrums für strategische Konjunktur, Iwan Konowalow, betonte, werden die Küsten- und Litoralgewässer intensiv von Spezialeinheiten verschiedener Länder genutzt. „Es ist sehr schwer, die ganze Küste abzudecken, und deshalb ist es ziemlich leicht, unauffällig kleinere Aufklärungs- bzw. Diversionsgruppen ins gegnerische Hinterland zu schicken und gegnerische Objekte im Küstenraum anzugreifen“, so der Experte.

    So verfügt das Kommando der Spezialkräfte der US-Marine über drei Gruppen, die mit besonderen Booten ausgerüstet seien. Die britischen Marine-Spezialeinheiten besitzen so genannte Bootsgruppen innerhalb der Schwadronen des legendären 22. SAS-Regiments.

    Die ersten Küsten-Spezialeinheiten der US-Armee entstanden noch während des Vietnamkriegs in den 1960er- bzw. 1970er Jahren. Übrigens war US-Außenminister John Kerry damals einer der erfolgreichsten Kommandeure von Booten dieser Art, die mit dem Silbernen und dem Goldenen Stern ausgezeichnet wurden.

    Die genaue Organisationsstruktur der neuen russischen Spezialkräfte wie auch die genaue Zahl der daran beteiligten Truppenteile sind vorerst unbekannt.

    Schnellboot des Typs Raptor
    © Foto : Military-Maritime Fleet of the Russian Federation
    Schnellboot des Typs "Raptor"

    „Vermutlich wird jede Abteilung aus zwei bzw. drei Anti-Diversions-Booten „Gratschonok“ und mehr als zehn Booten für die Diversantenschleusung bzw. —evakuierung und Feuerunterstützung bestehen. Höchstwahrscheinlich werden das Boote der Typen Raptor oder BK-16 bzw. BK-18 sein, die vom Waffenkonzern Kalaschnikow hergestellt werden“, erläuterte der Historiker der russischen Seestreitkräfte, Dmitri Boltenkow. „Solche Boote können selbst Feuerschläge gegen gegnerische Objekte versetzen.“

    Anti-Diversions-Boot „Gratschonok“
    © Sputnik / Vasili Batanov
    Anti-Diversions-Boot „Gratschonok“

    Derzeit sind für den Schutz der russischen Marinestützpunkte und der dort befindlichen Schiffe zwölf Anti-Diversionsabteilungen zuständig, die allen vier russischen Flotten sowie der Kaspischen Flottille untergeordnet sind. Für Aufklärungs- und Diversionseinsätze an gegnerischen Küstenobjekten gibt es Kampfschwimmer, die den Marine-Aufklärungspunkten angehören.

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    Tags:
    BK-18, BK-16, Boot Raptor, Kalaschnikow, Dmitri Boltenkow, John Kerry, Iwan Konowalow, USA, Krim, Russland