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00:50 17 Oktober 2019
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    Eine Gas-Pipeline des russischen Gaskonzerns Gazprom

    Polen gegen Nord Stream 2 – Gazprom muss die Pipeline allein verlegen

    © Foto: Gazprom
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    Das polnische Kartellamt UOKiK hat Einwände gegen die Gründung des Konsortiums Nord Stream 2 erhoben, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Beim UOKiK war im Dezember der Antrag gestellt worden, der Bildung eines Konsortiums mit den potentiellen Teilnehmern Gazprom, E.On. Engie, OMV, Shell und Wintershall zuzustimmen. UOKiK analysierte den Markt und befragte die Unternehmen, die auf dem Erdgas-Markt in Polen tätig sind, darunter den Gasbetreiber Gaz-System, die Führung der Häfen Stettin und Świnoujście, EuRoPolGaz (Betreiber der Pipeline Jamal-Europa), Polski LNG (ist für den Bau des Flüssiggasterminals in Świnoujście zuständig), PGNiG, mehr als 20 Importeure von Erdgas sowie die polnische Energieregelungsbehörde.

    Bei der Analyse der gesammelten Materialien erhob UOKiK Einwände. Dem Kartellamt zufolge kann die Konzentration der Unternehmen zur Einschränkung der Konkurrenz führen. Gazprom dominiert jetzt bei den Gaslieferungen an Polen. Die Pläne zur Schaffung eines Konsortiums würden die Verhandlungspositionen des Unternehmens gegenüber den Verbrauchern in Polen weiter stärken, heißt es in der Mitteilung des Kartellamtes.

    Die Gaspipeline Nord Stream 2 mit einer Länge von 1200 Kilometern soll über den Grund der Ostsee von der russischen Küste bis zur Küste Deutschlands nahe Greifswald verlaufen. Die Kapazität jedes Stranges soll 27,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr ausmachen.

    „Wir haben rechtzeitig die Anträge bei den Kartellämtern Deutschlands und Polens eingereicht. Deutschland hat sie innerhalb von 18 Tagen genehmigt. Von Polen hätten wir die Genehmigung bereits am 18. Juni bekommen sollen. Doch stattdessen bekamen wir leider sechs zusätzliche Anfragen, die wir beantworten müssen“, sagte Gazprom-Aufsichtsratschef Viktor Subkow. Ihm zufolge ist die Position der polnischen Seite einigermaßen politisiert. „Allerdings läuft die Arbeit weiter. Ich denke, dort sollte alles normal sein“, sagte er. Subkow zufolge wird auch die Arbeit mit den Kartellbehörden Frankreichs, Dänemarks und Schwedens fortgesetzt, durch deren Gewässer die Pipeline verlegt werden soll.

    Laut Expertin Maria Belowa von Vygon Consulting versucht Polen, den Prozess in die Länge zu ziehen. Falls die künftigen Teilnehmer des Konsortiums keine Genehmigung von UOKiK bekommen, kann die Frage der Kartellbehörde der EU-Kommission übergeben werden, was Zeit erfordert.

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    Erdgas, Nord Stream 2, Wintershall, Shell, OMV, Engie, E.ON, UOKiK, Gazprom, Russland, Polen