10:56 28 Oktober 2020
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    Die jüngsten Nachrichten aus Deutschland, dem wirtschaftlich erfolgreichsten Land der Europäischen Union, haben zuletzt wie Nachrichten aus dem Krieg gewirkt, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

    Allein in der vergangenen Woche wurde die Bundesrepublik von gleich mehreren blutigen Tragödien heimgesucht. Jetzt muss der so genannte Islamische Staat (IS) wohl nicht mehr eine ganze Armee von Kämpfern nach Europa, darunter auch nach Deutschland, schicken. In der Bundesrepublik verbreitet sich eine Atmosphäre der Angst, und bald wird sie wohl auch ihre wirtschaftlichen Folgen spüren, wenn Tausende Ausländer auf die Reise zum Oktoberfest nach München verzichten.

    Gleichzeitig wird offensichtlich, dass die CDU um Kanzlerin Angela Merkel, die von ihren Opponenten für ihre unbedachte Flüchtlingspolitik scharf kritisiert wird, bei künftigen Wahlen viel schlechter als erhofft abschneiden wird, auch wenn Berlin es vorzieht, die jüngsten Gräueltaten in München und Ansbach nicht als Anschläge, sondern als Vorgehen von einzelnen „Psychopathen“ zu betrachten.

    Der IS, der „deutsches Blut“ wittert, hat sich im Internet an seine Anhänger gewandt, die er als „schlafende Wölfe des Terrors“ bezeichnet: „Falls Ihr keine Bombe sprengen oder nicht schießen könnt, bleibt einfach unter vier Augen mit einem französischen oder amerikanischen Gottlosen. Spaltet ihm den Schädel mit einem Stein, tötet ihn mit einem Messer, kippt sein Auto um, werft ihn von einem Felsen, erwürgt oder vergiftet ihn!“

    Die Terroristen geben offenbar zu verstehen, dass sie ihre Strategie grundlegend geändert haben: Jetzt setzen sie nicht mehr auf organisierte Kampfgruppen, sondern auf Einwanderer, die sich bereits in Europa befinden und dabei zahlreiche eigene Probleme haben. Und wer kann garantieren, dass sich unter den verzweifelten Flüchtlingen, die Europa im letzten Jahr überflutet haben, kein weiterer Wahnsinniger findet, der der „Armee des Kalifats“ beitreten will?

    Die jüngsten Anschläge in der Alten Welt zeigen ganz deutlich, dass die europäischen Behörden den Kampf gegen die vermeintliche, aber ausbleibende „russische Gefahr“ endlich aufgeben und sich stattdessen mit ganz anderen Gefahren befassen müssten, die von den Einwanderern auf ihrem Territorium ausgehen.

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    Radikalisierung, Attentat, Islamischer Staat, München, Europa, Ansbach, Bayern, Deutschland