10:12 05 April 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Herbst-Wahlen 2016 in Berlin und MeckPomm (63)
    18942
    Abonnieren

    Deutschland ist mit einer beispiellosen Anschlagsserie durch Einwanderer aus islamischen Staaten konfrontiert, schreibt der „Kommersant“ am Dienstag. Was bedeutet das für die Berliner Führung?

    In sechs Tagen gab es vier Anschläge, für zwei von ihnen übernahm die Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch Daesh) die Verantwortung. Die deutschen Behörden vermeiden zwar das Wort „Terrorismus“ und betrachten das Geschehene nicht als Tendenz, aber Experten sehen schon mögliche langfristige Folgen der jüngsten Anschlagsserie für Deutschland und Europa. Eine dieser Folgen könnte der wachsende Druck auf Bundeskanzlerin Angela Merkel sowohl seitens der Koalitionspartner als auch der Opposition sein. Außerdem zeigen die Terroranschläge in Deutschland, dass der islamische Terrorismus auch Länder treffen kann, die eine ausgewogene Außenpolitik betreiben und kaum bei Auslandseinsätzen aktiv sind – weder im Nahen Osten (wie die USA und Russland), noch in Afrika (wie Frankreich). Der deutsche Pazifismus schützte nicht vor den Extremisten.

    „Die Gesellschaft und der Staat leben in der Erwartung von Terroranschlägen. Jedes Ereignis, das mit Flüchtlingen oder Einwanderern verbunden ist, wird jetzt mit diesen Erwartungen zusammenhängen“, meint der Europa-Experte Wladislaw Below. Ihm zufolge muss die Antwort der Behörden auf die Situation, da sich im Lande Hunderttausende potentielle Verbrecher befinden, ein schärferer Integrationsplan sein. Deutschland sei bereits zu härterer Kontrolle übergangen, wenn Flüchtlinge ohne Papiere an der Grenze abgewiesen werden.

    Das würde zwar die Umfragewerte Merkels nicht besonders beeinflussen, dafür aber wird sich die Stimmung gegen Migranten zuspitzen. Das werde vor allem den Teil der Migranten betreffen, die gegen Gesetze verstoßen, so der Experte. Er machte ebenfalls darauf aufmerksam, dass es in Deutschland bislang keine aktiven vernetzten Handlungen der Islamistengruppierungen gebe, es handele sich um Einzeltäter.

    Experten zufolge kann die Anschlagsserie langfristige Folgen für Deutschland und Europa haben. Es handelt sich um die erste Anschlagswelle mit kurzem zeitlichem Abstand in Deutschland, die von Einwanderern verübt wurde. In allen vier Fällen wurden friedliche Einwohner von Menschen mit islamischem Hintergrund angegriffen. Sie exportierten Hass, Intoleranz, hohe Reizbarkeit und psychische Probleme nach Deutschland.

    Zudem ereigneten sich drei Vorfälle im CSU-Land Bayern. Die CSU-Politiker sehen den Flüchtlingsstrom seit langem skeptischer als die CDU-Bundeskanzlerin. In Zukunft könnte Merkel das zusätzliche Probleme bereiten – Vorwürfe nicht nur von politischen Gegnern wie der AfD, sondern auch von eigenen Koalitionspartner müssen nun abgewehrt werden. Damit bekommt die Opposition neue Argumente dafür, dass die unkontrollierbare Einwanderung aus der islamischen Welt Sicherheitsprobleme für Deutschland schafft und das Land eine Million Flüchtlinge nicht aushalten kann.

    Mehr zum Thema: Migrationsproblem in Europa

    Außerdem zeigt die Anschlagsserie, dass der islamische Terrorismus auch Länder treffen kann, die eine ausgewogene Außenpolitik betreiben und nicht aktiv an Auslandseinsätzen teilnehmen. Die potentielle Zielscheibe der Dschihad-Kämpfer kann jedes christliche Land in Europa sein, das für eine Multikulti-Politik steht und das eine Million Flüchtlinge aufgenommen hat.

    Im  Abstand von nur wenigen Tagen wurden in verschiedenen deutschen Städten vier Anschläge verübt, die mehr als zehn Menschenleben forderten. Bislang handelt es sich um nicht koordinierte Attacken, zu denen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ und andere Gruppierungen greifen. Allerdings haben die von Einzeltätern verübten Angriffe die deutsche Gesellschaft psychologisch auf Terroranschläge vorbereitet, von denen Deutschland bislang verschont geblieben war.

    Bei einem Anschlag auf ein Musikfestival in Ansbach am Sonntag, den ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien verübte, dem Deutschland das Asyl verweigerte und ihn nach Bulgarien ausliefern sollte, wurden zwölf Menschen verletzt. Der Attentäter kam ums Leben. Nach Ermittlungsangaben hatte der Syrer psychische Probleme und versuchte bereits zweimal Selbstmord zu begehen. Aber auch hier übernahm der IS am Montag die Verantwortung für diesen Anschlag. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann teilte kurz daraufhin mit, dass es sich bei dem Anschlag in Ansbach um einen Terroranschlag mit islamistischer Überzeugung des Täters handele. Auf einem Handy des Selbstmordattentäters gebe es eine Anschlagsdrohung des Täters als Video, wo er dem IS die Treue schwor.

    “Oh, Merkel! Was haben Sie getan?“ – Netz-Reaktionen auf Axt-Attacke bei Würzburg

    Wenige Stunden zuvor hatte ein Einwanderer aus Syrien in Reutlingen eine 45-jährige Frau aus Polen mit einer Machete getötet. Der Angreifer wurde festgenommen. Laut Polizeiangaben kannte der Täter sein Opfer und hatte ebenfalls wie der Selbstmordattentäter in Ansbach psychische Probleme. Bislang konnte bei ihm keine Verbindung zu Terrorgruppierungen nachgewiesen werden.

    Die beiden Angriffe am Sonntag ereigneten sich zu einem Zeitpunkt, als Deutschland noch vom Massaker am Olympia-Einkaufszentrum in München geschockt war. Der Amokläufer hatte einen iranischen Hintergrund. Der Anschlag forderte neun Tote und 35 Verletzte.

    Vier Tage vor dem Amoklauf in München attackierte ein 17-jähriger Flüchtling aus Pakistan in einem Regionalzug nach Würzburg fünf Menschen mit einer Axt. Der Attentäter wurde von Polizisten erschossen. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm der „Islamische Staat“.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Herbst-Wahlen 2016 in Berlin und MeckPomm (63)

    Zum Thema:

    Wo bleibt der Schutz der deutschen Staatsbürger und des deutschen Staatsgebietes?
    CSU-Integrationsbeauftragter zu Axt-Attacke: „Terror ist schon länger in Deutschland“
    Grünen-Kritik an Einsatz bei Terror-Blutbad: Polizei und Netz gehen auf Künast los
    BKA: Zahl der terrorverdächtigen Flüchtlinge steigt
    Tags:
    Migranten, Terrorismus, Terrormiliz Daesh, Angela Merkel, Ansbach, München, Reutlingen, Europa, Deutschland