15:29 22 September 2017
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    Situation in Aleppo

    Russisch-syrischer humanitärer Einsatz in Aleppo dank Vereinbarung mit USA

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    Situation in Syrien (2016) (852)
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    Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat am Donnerstag den Beginn einer gemeinsamen humanitären Operation der russischen und syrischen Armee in Aleppo angekündigt. Die entsprechende Vereinbarung war in der vorigen Woche im Laufe des Moskau-Besuchs von US-Außenminister John Kerry getroffen worden, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Schoigu zufolge wird es insgesamt drei Korridore geben, durch die friedliche Einwohner und die Kämpfer, die bereit sind, ihre Waffen zu strecken, die Stadt verlassen können. Ein weiterer Korridor ist für bewaffnete Kämpfer vorgesehen. 

    „Wir hoffen nach wie vor, von unseren amerikanischen Kollegen die Koordinaten der Gebiete zu erhalten, wo sich die Kämpfer der Freien Syrischen Armee und der so genannten ‚gemäßigten‘ Opposition befinden“, so der Verteidigungsminister. „Wir würden außerdem gerne verstehen, wie die ‚gemäßigte‘ Opposition zu erkennen ist und wie viele Mehrfachraketensysteme, Minenwerfer, Artillerie, Maschinenpistolen und andere Waffen ihre Kämpfer haben. Darüber hinaus erwarten wir Angaben über die konkreten Wege, über die diese Kräfte die Stadt verlassen werden.“ 

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    Die russische Armee hat außerdem den Auftrag, die von Kämpfern kontrollierten Gebiete mit humanitären Hilfsgütern zu versorgen und dabei zu verhindern, dass die Kämpfer diese Waren in die Hände bekommen. Am Freitag wird der Vizeleiter der operativen Hauptverwaltung im Generalstab, General Stanislaw Gadschimagomedow, nach Genf reisen, um mit den amerikanischen Kollegen alle Fragen zu besprechen.

    Vor dem aktuellen Einsatz in Aleppo konnte die syrische Armee in dieser Großstadt, wo vor dem Krieg etwa 2,5 Millionen Menschen gelebt hatten, große Erfolge verbuchen. Der russische Nahost-Experte Juri Ljamin teilte mit, dass die Kämpfer im April und Mai de facto die Feuereinstellung zum Scheitern gebracht hatten, indem sie die von den Regierungstruppen kontrollierten westlichen Wohnviertel mit Bomben bewarfen und mehrere starke Schläge südlich von Aleppo versetzten.

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    Die Regierungskräfte reagierten darauf mit einem Einsatz zur Einkesselung der Oppositionskämpfer, die seit 2012 die östlichen Stadtbezirke kontrollieren. Ihre Versorgung hing von dem einzigen Weg entlang des nördlichen Stadtrandes ab, an dem sich südlich und nördlich die Regierungstruppen befanden. Ende Mai wurden Ljamin zufolge zusätzliche Kräfte dorthin verlegt, die mithilfe der russischen Luftwaffe Tausende Oppositionskämpfer einkesseln konnten.

    Dort befinden sich allerdings auch Zehntausende friedliche Zivilisten, und für ihre Befreiung aus dem Kessel werden die erwähnten humanitären Korridore eingerichtet. Auch die Oppositionellen bekommen die Chance, Aleppo zu verlassen – selbst mit Waffen.

    Solche Präzedenzfälle habe es auch früher gegeben, so Experte Ljamin: Im Mai 2014 habe die syrische Regierung mit den Kämpfern eine ähnliche Vereinbarung in Homs getroffen. Damals waren dort zahlreiche Kämpfer eingekesselt worden, die samt ihren Familien die Stadt verlassen durften.

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    Tags:
    Aleppo, Syrien, Russland
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