12:52 26 September 2017
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    Präsidentenwahl in USA (2016)

    Russland zurück im US-Wahlkampf - Beziehung der Kandidaten zu Moskau wird zum Thema

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    Das Thema Russland ist beim US-Wahlkampf in den Vordergrund gerückt, schreibt die itung „Kommersant“ am Freitag.

    US-Präsident Barack Obama warf dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump auf dem Demokraten-Parteitag in Philadelphia die Unfähigkeit vor, die globale Führungsrolle der USA zu sichern, und sagte, dass er mit Putin kokettiere. Das geschah auf dem Höhepunkt eines Skandals um die Aufrufe Trumps an Russland, neue Materialien zu Clintons E-Mail-Affäre zu veröffentlichen, sowie seine Äußerungen über die Krim und andere Themen, die dem Kurs Washingtons widersprechen.

    „Er hält Amerika für schwach. Er hört wohl nicht die Milliarden Männer, Frauen und Kinder vom Baltikum bis Birma, die weiterhin darauf warten, dass Amerika das Licht der Freiheit, der Würde und der Menschenrechte tragen wird. Er kokettiert mit Putin, ist von Saddam Hussein begeistert und sagt unseren Nato-Verbündeten, die nach dem 11. September mit uns waren, dass sie für den eigenen Schutz zahlen sollen“, kritisierte Obama Trump in Philadelphia. 

    Mehr zum Thema: Foreign Policy: Die sieben größten außenpolitischen Fehler der USA   

    Einen Tag zuvor äußerte sich Obama im NBC-Interview zu den Beziehungen zu Russland. Nach seinen Äußerungen spitzen sich die Diskussionen darüber zu, ob hinter dem jüngsten Durchsickern von Informationen über die geheime E-Mail-Korrespondenz der Führung der Demokratischen Partei Moskau steht. „Alles ist möglich“, sagte Obama.

    Die Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlichte in der vergangenen Woche kurz vor der Eröffnung des Konvents in Philadelphia mehr als 19.000 E-Mails des Democratic National Committee, die darauf hinwiesen, dass sich die demokratische Parteiführung im Zuge der Präsidenten-Vorwahl nicht neutral verhielt und den innerparteilichen Rivalen von Clinton, Bernie Sanders, in Verruf bringen wollte. 

    Während die russische Seite ihre Beteiligung zurückwies, gab Obama zu verstehen, dass er diese Version nicht ausschließt. „Ich weiß, dass Experten dies den Russen zuschieben. Uns ist bekannt, dass die Russen unsere Systeme hacken – nicht nur Regierungs-, sondern auch private Systeme“, sagte Obama. „Ich kann nicht direkt sagen, was die Motive waren. Doch ich weiß genau, dass sich Donald Trump über Wladimir Putin mehrmals begeistert geäußert hat. Und ich weiß, dass seine Tätigkeit in Russland positiv beleuchtet wird“, so Obama.

    Mehr zum Thema: „Russen, gebt die Mails zurück“ — Trump will nur gescherzt haben

    Als Reaktion auf Obamas Worte sagte Trump: „Russland, wenn du mich hörst, hoffe ich, dass du die 33.000 E-Mails finden kannst, die verschwunden sind.“ Bei der Pressekonferenz in Florida machte Trump weitere Äußerungen, die für großes Aufsehen sorgten und dem offiziellen Kurs Washingtons widersprechen. Ihm zufolge könnte Washington, falls er bei der Wahl gewinnt, die Frage nach der Anerkennung der Krim als Teil Russlands stellen. Zudem äußerte er sich zu den Beziehungen zu Putin. Das Problem bestehe darin, dass Putin Obama nicht respektiere, so Trump. „Ich denke, er wird euren Präsidenten respektieren, wenn ich gewählt werde. Ich hoffe, dass ich ihm gefalle.“ Trump rief ebenfalls zum Aufbau der Beziehungen zu Russland auf, um zusammen mit anderen Völkern und Ländern den „Islamischen Staat“ zu beseitigen.

    Laut dem Politologen Andrej Kortunow versuchen die Demokraten jede Chance zu nutzen, um Trump im Wahlkampf zu besiegen. Da die Beziehungen zu Russland jetzt schlecht seien, könnte der Versuch, Trump als „Putins Kandidat“ darzustellen, ein starkes Argument für sie werden.

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