14:14 22 November 2019
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    Vorbereirungen auf die Olympische Spiele in Rio de Janeiro

    Olympische Spiele in Rio: Lebensgefahr statt Sportspaß

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    Am Freitag werden in Rio de Janeiro die Olympischen Spiele eröffnet. Brasilien kann drei Tage vor Beginn der Spiele kaum behaupten, zur Austragung der Wettbewerbe bereit zu sein.

    Die Gewässer in Rio sind verschmutzt, die Kriminalitätsrate ist gestiegen, die Extremisten des „Islamischen Staates“ bereiten Angriffe während der Spiele vor, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Die Olympischen Spiele werden von Skandalen begleitet, der größte von ihnen ist der Versuch, die russischen Sportler von den Spielen fernzuhalten. Bislang ist nicht endgültig klar, in welchem Umfang das russische Team an den Spielen teilnehmen darf. Darüber hinaus bleiben viele Probleme bei der Vorbereitung der Spiele ungelöst. Die Gewässer in Rio sind mit Viren und Bakterien versetzt. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, erreichte die Wasserverschmutzung das kritische Niveau.

    Laut Laboruntersuchungen, die 16 Monate lang durchgeführt wurden, sind die Gewässer von Rio voller Viren und gefährlicher Mikroben. Vor einem halben Jahr war das Ausmaß der Verschmutzung um das 1,7-Millionen-Fache höher als die in den USA und Europa zulässigen Normen. Bei 90 Prozent der Proben aus den Buchten wurde das Vorhanden von Adenoviren bestätigt. Falls ein Sportler drei Teelöffel von diesem Wasser schluckt, wird er sich fast sicher eine Infektion einfangen, die zu Magen- bzw. Atemweg-Erkrankungen und in einigen Fällen sogar Herzproblemen und Gehirnentzündung führen kann.

    Aus diesem Problem wurde kein Hehl gemacht, weshalb die Olympia-Athleten im Voraus Antibiotika einnehmen mussten. Doch Wissenschaftlern zufolge können Antibiotika bei Infektionen, jedoch nicht bei Viren helfen.

    Auch die Qualität der Olympiastätten löst Fragen aus. Wie die BBC berichtete, brach am Jachthafen Marina da Gloria eine für die Segelwettbewerbe erbaute Rampe zusammen. Laut dem Sprecher des Organisationskomitees der Spiele, Philip Wilkinson, sind daran starker Wind und Sturm schuld, die die Stadt am Samstag heimsuchten. Das Objekt soll bis zum 8. August repariert werden. Wegen der Unwetter wurde ein TV-Studio an der Copacabana überflutet, das nahe der Volleyball-Arena liegt.

    Während die Organisatoren der Olympischen Spiele Wasserbecken reinigen und die Folgen des Unwetters beseitigen, schickte Interimspräsident Michel Temer wegen der allzu hohen Kriminalität Militäreinheiten in den Bundesstaat Rio Grande do Norte. 500 Soldaten sind bereits eingetroffen. In der vergangenen Woche gab es 54 Angriffe auf staatliche Behörden und Busse, in der Stadt Natal wurde ein Auto in die Luft gesprengt. Vertretern der Mannschaft Australiens wurden im Olympiadorf ein Laptop und Olympia-T-Shirts gestohlen.

    In Sao Paulo wurde in der vergangenen Woche die Schwiegermutter von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gekidnappt. Die Entführer forderten ein Lösegeld in Höhe von 36,5 Millionen US-Dollar. Allerdings hat die brasilianische Polizei die Frau bereits aus der Gewalt der Entführer befreit.

    Die britische Zeitung „Daily Mirror“ berichtete von möglichen Attacken der Terrormiliz „Islamischer Staat“ auf die Spiele. Unter Berufung auf IAEO wird mitgeteilt, dass die Islamisten eine „schmutzige Bombe“ mit radioaktiven Isotopen gebastelt haben und sie in Rio hochgehen lassen wollen.

    Inzwischen gab es bereits eine Explosion in Rio. Im Maracana-Stadion, wo die Eröffnung der Spiele stattfindet, wurde ein Korb entdeckt, die Polizei ließ es zu einer kontrollierten Explosion kommen. Ob es sich um eine echte Bombe handelte, wurde nicht bekanntgegeben. Für die Sicherheit bei den Olympischen Spielen werden 85.000 Menschen sorgen.

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    Virus, Wasserverschmutzung, Krankheit, Olympische Spiele in Rio de Janeiro, Terrormiliz Daesh, Brasilien