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    Bundeskanzlerin Angela Merkel

    Merkel verliert an Unterstützung – CDU und ihre Partner stehen vor schwerer Wahl

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    Herbst-Wahlen 2016 in Berlin und MeckPomm (63)
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    Laut der jüngsten Umfrage des deutschen Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Zeitschrift „Cicero“ sinken die Zustimmungswerte für die Politik der Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der außerordentlichen Pressekonferenz zu den Terroranschlägen im Juli, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Der Umfrage zufolge sprechen sich 64 Prozent der Deutschen gegen eine weitere Amtszeit der Kanzlerin aus. Dabei ist die Ablehnung landesübergreifend – 63,8 Prozent in den alten Bundesländern und 64,8 Prozent in den neuen.

    Bei der Umfrage wurde der Typus eines Merkel-Gegners erstellt. So lehnen mehr Männer (66,1 Prozent) eine Wiederwahl Merkels ab. Mit 70 Prozent sehen vor allem die 45- bis 54-Jährigen Merkel kritisch. 74,2 Prozent der Befragten, die weniger als 1000 Euro im Monat verdienen, lehnen eine vierte Kanzlerschaft Merkels ab. Bei Personen mit einem Einkommen von 4000 Euro und mehr waren es mehr als 50 Prozent. 

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    CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach
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    Laut einer anderen Umfrage, die von Insa im Auftrag der „Bild“-Zeitung erstellt wurde, kommt die große Koalition nur noch auf 50 Prozent — 17 Punkte weniger als bei der Bundestagswahl 2013. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU und CSU auf 30,5 Prozent. Was andere Parteien betrifft, sind die Rechtspopulisten im Vorteil – AfD mit 15 Prozent. Grüne und Linke kommen auf 13 bzw. zehn Prozent.

    Die Politiker hätten wohl Schlussfolgerungen aus diesen negativen Umfrageergebnissen ziehen sollen. Allerdings betonte Merkel bei der außerordentlichen Pressekonferenz am 28. Juli, dass sie trotz Forderungen der Opponenten ihre Migrationspolitik nicht ändern werde. „Ich habe vor elf Monaten nicht gesagt, dass es eine einfache Sache würde, die wir mal nebenbei erledigen können“, zitiert Deutsche Welle Merkel, die für die Pressekonferenz extra ihren Urlaub unterbrach. Sie sprach erneut von einer „historischen Bewährungsaufgabe“ und zeigte sich weiter überzeugt, dass Deutschland dieser gerecht werden könne, so Deutsche Welle.

    Worauf beruht eine solche Überzeugung von den eigenen Kräften? Die deutschen Wähler verbinden mit Merkels Amtszeit die „goldenen Jahre“ des Wohlstandes, dessen Grundlage eigentlich ihr Vorgänger Gerhard Schröder bildete. Merkel hat heute keine ernstzunehmenden parteiinternen Gegner. Eine reale Opposition versucht der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer darzustellen, der klar machte, dass er auf Merkels Satz „Wir schaffen das“ nicht alleine mit Optimismus antworten könne. Ein Kommentator der Parteizeitung der CSU „Bayernkurier“ schreibt: „Deutlich wird vor allem, welchen Sicherheitsrisiken uns die Kanzlerin mit ihren offenen Grenzen und Armen ausgeliefert hat.“ Allerdings kann man sich kaum vorstellen, dass die CSU sich wagt, nach außerhalb der Grenzen Bayerns zu gehen und Seehofer, sich der Kanzlerin auf Bundesebene entgegenzustellen.

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    CDU, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Gerhard Schröder, Angela Merkel, Deutschland