09:07 26 November 2020
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    Die Pläne des Weißen Hauses zur Modernisierung des Atomwaffenarsenals spalten die amerikanischen Gesetzgeber, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Das russische Außenministerium äußerte Besorgnisse wegen der Absicht des Weißen Hauses, die Effizienz der in Europa stationierten taktischen Atomwaffen zu erhöhen und eine neue ballistische Interkontinentalrakete zu entwickeln. Es handelt sich dabei um die Pläne zur Modernisierung des Atomarsenals der USA. Allerdings unterstützen nicht alle Gesetzgeber diese Initiative.

    Der Leiter der Abteilung für Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle beim russischen Außenministerium, Michail Uljanow, sagte am Mittwoch, dass Russland bei seiner militärischen Planung die angekündigten Pläne Washingtons zur Herstellung der modernisierten Atombombe B61-12 und Entwicklung einer neuen ballistischen Interkontinentalrakete berücksichtigen wird. „Es handelt sich nicht um eine Packung Streichhölzer und nicht um eine Pistole. Wir wissen, dass unter Obama, der Gespräche über einen möglichst schnellen Aufbau einer nuklearfreien Welt aufgenommen hatte, die größte Modernisierung des Atomarsenals in der Geschichte der USA angeschoben hat, für die riesengroße Finanzmittel ausgegeben werden sollen – eine Billion US-Dollar“, sagte Uljanow. 

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    Uljanow zufolge geht es bei diesem Modernisierungsprogramm um die Schaffung von Raketen und Steuerungssystemen, die bis in die 2050-er bis 2070er Jahre in Dienst stehen werden. Das sei also ein langfristiges Programm. Die erwähnten Nukleargeschosse seien Bestandteil eines großen Modernisierungsprogramms, das strategische Träger betreffe, so Uljanow.

    Über die Absicht des Weißen Hauses, die in Europa stationierten taktischen Atomwaffen zu modernisieren, berichtete Anfang Februar die stellvertretende Außenministerin Rose Gottemoeller. Damals erklärte sie außerdem, dass Washington eine modernisierte Bombe des Typs B61-12 bauen will.

    B-61
    © Foto : US Department of Defense / SSGT Phil Schmitten

    Das Modernisierungsprogramm stieß allerdings bei einigen Gesetzgebern auf Kritik. Zehn demokratische Senatoren schickten am 20. Juli ein Schreiben an Präsident Barack Obama, in dem empfohlen wurde, auf die Pläne einer großangelegten Modernisierung der strategischen Nuklearkräfte zu verzichten und eine Politik zu führen, laut der die USA nicht als erste nukleare Angriffsmittel nutzen und Pläne zur Versetzung von Präventivschlägen streichen werden.

    Die Senatoren riefen in dem Schreiben die US-Luftstreitkräfte dazu auf, die Programme zur Entwicklung eines neuen Marschflugkörpers zu schließen, der den Marschflugkörper AGM-86B ersetzen soll. Parlamentariern zufolge wird dieses Programm den US-Haushalt 20 Milliarden US-Dollar kosten und zum unbegründeten Anwachsen des Atompotentials Pentagons und zur Erhöhung des Risikos der Entfachung eines Atomkriegs führen. 

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    Zuvor hatten Kongressmitglieder ein Schreiben zum selben Thema an den Verteidigungsminister Ashton Carter geschickt. In ihrer Botschaft begrüßten die Parlamentarier im Gegenteil die Pläne Pentagons zur Modernisierung der Nuklearstreitkräfte.

    Experten zufolge verfügen die Strategischen Nuklearkräfte der USA derzeit über 1600 Atomwaffen, darunter 440 Interkontinentalraketen Minuteman III, 336 bordgestützte ballistische Raketen Trident II (D5), Hunderte nukleare Bomben B61 und Marschflugkörper AGM-86B.

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    Tags:
    Atomwaffen, Russland, USA