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09:40 23 Oktober 2019
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    US-Soldat in Irak (Archivbild)

    Trumps Verluste im Irak-Krieg – neuer Skandal droht Republikaner zu spalten

    © AFP 2019 / Ali Al-Saadi
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    Die Republikanische Partei befindet sich im Vorfeld der für November angesetzten Präsidentschaftswahlen plötzlich am Rande der Spaltung, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Durch einen Streit des republikanischen Kandidaten Donald Trump mit dem Vater eines während des Irak-Kriegs gefallenen US-Soldaten hat einen neuen Skandal ausgelöst.

    Ein gewisser Khizr Khan, Amerikaner pakistanischer Herkunft, trat Ende der vorigen Woche auf einem Parteitag der Demokraten in Philadelphia im Namen der muslimischen Gemeinde auf, die von Trump ständig verbal angegriffen wird. 

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    Khuzr Khan teilte mit, dass sein Sohn Humayun bei der Erfüllung seiner Dienstpflicht als US-Soldat im Irak im Jahr 2004 gefallen sei, und warf Trump vor, er habe „eine schwarze Seele“ und wolle „eine Mauer bauen“ und Muslimen das Leben in den USA verbieten. „Waren Sie einmal auf einem Friedhof? Sie sollten dort hingehen und die Gräber der tapferen Patrioten sehen, die bei der Verteidigung der USA gefallen sind. Dann sehen Sie, dass es unter ihnen Menschen aller Konfessionen, beider Geschlechter und aller Nationalitäten gibt. Und Sie haben niemandem etwas gespendet“, griff er den republikanischen Kandidaten an.

    Trumps Reaktion ließ nicht lange auf sich warten und war durchaus voraussagbar. In einem Interview für den Sender ABC griff er wieder auf seine aggressive Rhetorik gegenüber Muslimen zurück. Zugleich betonte er, dass dank seiner Spenden „Zehntausende Arbeitsplätze geschaffen und viele hervorragende Gebäude errichtet worden“ seien. Diese Spenden seien mit dem Opfer Humayun Khans durchaus vergleichbar. 

    Der exzentrische Milliardär hatte auch früher kaum Wert auf die politische Korrektheit seiner Aussagen gelegt, aber seine Worte über den während der Irak-Kampagne gefallenen Soldaten wurden von vielen Vertretern beider führender Parteien Amerikas als eine grobe Verletzung der moralischen bzw. ethischen Normen und als ein Verstoß gegen die amerikanischen Werte und den amerikanischen Patriotismus wahrgenommen.

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    Präsident Barack Obama verwies auf Trumps Fehler im Streit mit Khizr Khan und warnte, dass eine solche Person „auf erschreckende Weise unvorbereitet“ darauf sei, die Staatsführung zu übernehmen. „Irgendwann muss der Zeitpunkt kommen, da man sagt: ‚Das reicht jetzt!‘“, wandte sich der Staatschef an die Republikaner und forderte sie auf, Trump nicht mehr zu unterstützen.

    Angesichts dessen gerieten die führenden Vertreter der Republikanischen Partei in eine schwierige Situation. Sie konnten Trumps Eskapade gegen einen während des von ihrem Parteikollegen George W. Bush ausgelösten Irak-Krieges gefallenen Soldaten unmöglich ignorieren, denn das würde für sie große Imageschäden bedeuten. Deshalb übten der Vorsitzende des Ausschusses für Streitkräfte im Senat, John McCain, sein Kollege vom Ausschuss für Streitkräfte im Repräsentantenhaus des Kongresses, Mac Thornberry, der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, und mehrere andere republikanische Senatoren Kritik an Trumps Aussagen. Dieser schlug allerdings zurück und erklärte, er werde bei der künftigen Kongresswahl gegen die Kandidaturen McCains und Ryans stimmen.

    Damit hat die demokratische Kandidatin Hillary Clinton nur vier Monate vor der Präsidentschaftswahl einen neuen Vorteil gegen Trump erhalten. Und ihr Gegner muss in der Schlussphase der Wahlkampagne offenbar nicht nur gegen die Demokraten, sondern auch gegen seine eigenen Parteikollegen kämpfen.

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