22:09 15 Dezember 2019
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    Nordkoreas Musudan-Rakete

    Ungeplantes Ziel von Nordkoreas Raketen – China und Südkorea streiten um US-Schild

    © REUTERS / KCNA/via REUTERS/File Photo
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    China und Südkorea haben sich einen verbalen Schlagabtausch zur geplanten Stationierung des US-Raketenabwehrkomplexes THAAD geliefert, schreibt die „Kommersant“ am Montag.

    In die Krise um die nordkoreanischen Raketentests werden neue regionale Akteure einbezogen. China und Südkorea als Teilnehmer der Sechser-Verhandlungen zum nordkoreanischen Atomprogramm tauschten ungewöhnlich scharfe Vorwürfe aus.

    Die Verteidigungsministerien Südkoreas und der USA veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung zu den Raketenabwehrkomplexen THAAD. Wie es in dem Dokument heißt, wird das System ausschließlich zum Schutz vor dem zunehmenden nuklearen und ballistischen Potentials Nordkoreas genutzt. Als Antwort darauf bestellte das Außenministerium Chinas den US-amerikanischen und den südkoreanischen Botschafter ein und rief beide Staaten dazu auf, den Aufbau der THAAD-Systeme zu stoppen, keine Schritte zur Verschlechterung der Situation in der Region zu unternehmen und den strategischen Interessen Chinas im Sicherheitsbereich nicht zu schaden.

    „Es ist unmöglich, auf Grundlage des strategischen Konfliktes ein Sicherheitssystem aufzubauen, was gerade jetzt die USA und Südkorea mit ihren veralteten Denkweise versuchen zu tun“, schrieb die chinesische Zeitung „Rénmín Rìbào“. Peking und Moskau hätten sich wiederholt gegen die Pläne zur Stationierung der THAAD-Systeme geäußert, wobei betont worden sei, dass das Potential dieses Systems für den Schutz Südkoreas und seiner Einwohner überflüssig sei, hieß es weiter. Das russische Außenministerium warnte seinerseits, dass solche Handlungen die regionalen Spannungen zuspitzen könnten.

    Die südkoreanischen Behörden übten am Sonntag Kritik an Peking. China wurden der fehlende Wunsch und Fähigkeit vorgeworfen, Nordkorea abzuschrecken. „Bevor die Frage nach unseren Verteidigungshandlungen gestellt wird, sollte China eher Nordkorea, das den Frieden und die Stabilität auf der Halbinsel und in Nordostasien untergräbt, große Aufmerksamkeit widmen“, hieß es in einer Mitteilung der südkoreanischen Präsidialverwaltung.

    Washington und Seoul gaben am 8. Juli ihre Pläne bekannt, THAAD-Raketenabwehrsysteme auf der Korea-Halbinsel zu stationieren. Laut dem südkoreanischen Verteidigungsministerium sollen sie bis Ende 2017 in Betrieb genommen werden. In Südkorea werden diese Pläne von der parlamentarischen Opposition und Antimilitär-Aktivisten scharf kritisiert. Ihnen zufolge werden mit der Stationierung der THAAD-Systeme vor allem die Wirtschaftsbeziehungen zu Peking als wichtigstem Handelspartner untergraben. Auf China entfällt ein Viertel des südkoreanischen Exports.

    „Das THAAD-System verfügt über eine sehr starke Radaranlage, die ein bis zu 1500 Kilometer großes Gebiet abdecken kann, also einen bedeutenden Teil Chinas und den gesamten russischen Fernen Osten“, sagte der russische Politologe Gleb Iwaschenzow. Moskau passe dies gar nicht, weil es den Rahmen der von Washington und Seoul erklärten Aufgaben übersteigt. Die Stationierung eines Raketenabwehrkomplexes bewege Nordkorea zur weiteren Aufrüstung. Die Kriegsrhetorik würde sich verschärfen. Auch die Raketenstarts würden fortgesetzt. Die Amerikaner bekämen damit neue Vorwände zur Schaffung einer neuen angeblich Verteidigungsstruktur in der Region, sagte der Experte.


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    Raketentest, Raketen, USA, China, Südkorea, Nordkorea