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    Nach Attentat in Lugansk: Ukraine bereit für großen Krieg?

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    Das Attentat auf den Chef der selbsternannten Volksrepublik Lugansk, Igor Plotnizki, der am Samstag bei einem Bombenanschlag verletzt wurde, könnte Teil eines Szenarios zur Torpedierung der Minsker Abkommen und des Übergangs in eine neue Phase der Kampfhandlungen sein, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Kiew und die Volksrepubliken des Donezbeckens machen sich gegenseitig Vorwürfe. Ihnen zufolge wird der entscheidende Zeitpunkt der 24. August sein – der 25. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine.

    Für den 24. August ist in Kiew eine große Militärparade geplant. Experten kritisieren diese Idee und erinnern daran, dass die Feierlichkeiten in den vergangenen zwei Jahren vor dem Hintergrund des Todes der eingekesselten ukrainischen Soldaten in Donezbecken stattfanden. In diesem Sommer hat sich die Situation in der Ostukraine allmählich zugespitzt. Im August verglichen Einheimische die Situation mit der vom Sommer 2014.

    Laut dem ukrainischen Militärexperten Valentin Badrak sind Befürchtungen hinsichtlich einer neuen Welle der Eskalation nicht unbegründet. Demnächst könnten großangelegte Kampfhandlungen beginnen. Der Angriff auf Plotnizki könnte sich als Teil des Szenarios erweisen, so der Experte. 

    Mehr zum Thema: Republik Lugansk: Angriff auf Plotnizki war ein Terroranschlag

    Am Samstagmorgen war in Lugansk eine Bombe nahe Plotnizkis Autos explodiert. Über seinen Zustand gab es Samstag und Sonntag widersprüchliche Informationen. Laut einem der Leiter des Projekts „Noworossija“, Oleg Zarjow, wurde Plotnizki schwer verletzt. Zugleich kamen Informationen auf, dass Plotnizki beinahe unverletzt sei. Am Samstagabend wurde eine Audiobotschaft des Republikchefs verbreitet. „Ich rufe alle dazu auf, Ruhe zu bewahren. Es ist nichts Ernstes geschehen. Die einzigen, die von meiner Arbeitsunfähigkeit sprechen, sind Verräter und Feinde der Republik. Ich werde bald wieder meine Arbeit aufnehmen können“, sagte Plotnizki in der Botschaft. Ihm zufolge stehen ukrainische und US-amerikanische Geheimdienste hinter dem Attentat.

    Neben den Ärzten hat bislang nur der Chef der Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, Ploznizki gesehen. „Falls die Ukrainer denken, dass sie imstande sind, solche Attentate zu verüben, werden adäquate Maßnahmen getroffen“, sagte Sachartschenko. Laut dem Chef der Volksrepublik Donezk erklärte die ukrainische Seite bereits vor einem Monat, dass Attentate vorbereitet werden – auf ihn selbst, auf Plotnizki. Dass sich die Ukraine auf Kampfhandlungen vorbereite, stimme. Die tragischen Ereignisse, bei denen die Leibwächter und Plotnizki selbst betroffen waren, seien eine Bestätigung dafür.

    Kiew wies die Beteiligung an dem Attentat allerdings zurück. Der Sprecher der ukrainischen Präsidialverwaltung, Alexander Motusjanik, sagte wenige Stunden nach dem Angriff, die ukrainische Seite sei daran nicht beteiligt gewesen.

    Angesichts der Äußerungen Sachartschenkos erklärte Kiew, dass das Attentat auf Plotnizki der Beginn einer Destabilisierung in der Region sei, die zur Zuspitzung der Kampfhandlungen führen könnte.

    Laut Badrak haben sich im August für die Ukraine ungünstige außenpolitische Umstände eingestellt. Wegen der finalen Etappe des Wahlkampfes in den USA habe Washington keine Zeit für Kiew. Europa stecke in eigenen Problemen. Einzelne europäische Staatschefs seien der Meinung, sie könnten mit Hilfe Russlands gelöst werden, so der Experte.

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